The Velvet Underground and Nico: 1967

1967 · music

The Velvet Underground and Nico: 1967

Im März 1967 erschien eine Platte mit einer Banane auf dem Umschlag und sonst fast nichts, ohne Titel auf der Vorderseite und mit der Anweisung, den Aufkleber langsam abzuziehen. The Velvet Underground and Nico war im Jahr zuvor in New York für sehr wenig Geld aufgenommen worden. Sie verkaufte sich schlecht, wurde vom Radio übergangen und binnen Monaten vom Sommer der Blumenkinder und von einem Album aus Liverpool begraben, das alle Aufmerksamkeit auf sich zog. Heute zählt sie regelmäßig zu den einflussreichsten Aufnahmen überhaupt.

Die Band bestand aus Lou Reed, John Cale, Sterling Morrison und Maureen Tucker, dazu die deutsche Sängerin und Modell Nico bei drei Stücken, auf Vorschlag des Künstlers Andy Warhol, der die Gruppe managte, das Album dem Namen nach produzierte und den Umschlag gestaltete. Reed schrieb über Sucht, Bedürftigkeit und jene Teile des Stadtlebens, die die populäre Musik jener Zeit nicht beschrieb. Cale, ein klassisch ausgebildeter Musiker aus Wales, brachte einen Bratschenbordun und Lust am Lärm mit. Tucker spielte im Stehen, ohne Becken, in einem schlichten, nicht schwingenden Puls.

Nichts daran passte in das Jahr des Erscheinens. Wo die Mode Wärme und Orchestrierung wollte, waren diese Lieder flach, nah und unsentimental, und mehrere davon waren beim ersten Hören wirklich schwer auszuhalten.

Ihr Einfluss kam langsam und dann überall. Punk, Art-Rock und ein großer Teil dessen, was seit den siebziger Jahren alternative Musik heißt, führen ihre Haltung auf diese Platte zurück, und eine oft wiederholte, Brian Eno zugeschriebene Bemerkung besagt, dass damals kaum jemand sie kaufte, fast jeder Käufer aber danach eine Band gründete. Das Album steht heute in nationalen Verzeichnissen des Tonerbes, ein seltsames Schicksal für eine Platte, die kein Sender spielen wollte.

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