Der Brand in der Triangle-Shirtwaist-Fabrik: New York, 1911

1911 · event

Der Brand in der Triangle-Shirtwaist-Fabrik: New York, 1911

Am späten Nachmittag des Samstags, 25. März 1911, brach im achten Stock des Asch Building nahe dem Washington Square in New York ein Feuer aus. In den oberen drei Etagen arbeitete die Triangle Shirtwaist Company, eine Textilfabrik, in der Hunderte Beschäftigte, meist junge Einwanderinnen aus Italien und Osteuropa, die Arbeitswoche beendeten. Das Feuer breitete sich in wenigen Minuten über Baumwollreste und hängende Stoffe aus. Einhundertsechsundvierzig Menschen starben. Die Jüngsten waren vierzehn Jahre alt.

Eine Flucht war fast unmöglich. Eine Treppenhaustür war verschlossen, was damals der Kontrolle der Belegschaft diente, die einzige Feuertreppe verbog sich unter dem Gewicht der Fliehenden, und die Leitern der Feuerwehr reichten nur bis in den sechsten Stock. Die Menschenmenge auf der Straße konnte nichts tun. Das Ausmaß dessen, was New York an jenem Nachmittag sah, machte es unmöglich, die Tragödie als bloßen Unfall abzulegen.

Binnen weniger Wochen setzte der Staat New York eine Untersuchungskommission für Fabriken ein, die Betriebe im ganzen Land prüfte und die Arbeiterinnen selbst anhörte. In den folgenden Jahren wurden Dutzende neuer Gesetze zu Notausgängen, Sprinkleranlagen, zulässigen Personenzahlen, Arbeitszeiten von Frauen und Kindern sowie zur Fabrikaufsicht verabschiedet. Die Gewerkschaften der Bekleidungsbranche, die seit 1909 für bessere Bedingungen streikten, wuchsen zu einer bedeutenden Kraft.

Der Brand bei Triangle gilt als eines der Ereignisse, die den modernen Arbeitsschutz in den Vereinigten Staaten und darüber hinaus begründet haben. Jedes Jahr werden vor dem Gebäude, das noch steht und heute zu einer Universität gehört, die Namen der Toten verlesen. Die Erinnerung gehört den jungen Frauen, die an einem gewöhnlichen Samstag zur Arbeit gingen, und den Gesetzen, die in ihrem Namen geschrieben wurden.

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