Die Flugkatastrophe von Teneriffa: Los Rodeos, 1977

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Die Flugkatastrophe von Teneriffa: Los Rodeos, 1977

Am Nachmittag des 27. März 1977 kollidierten zwei Boeing-747-Passagierflugzeuge auf der Startbahn des Flughafens Los Rodeos auf der spanischen Insel Teneriffa. Dichter Nebel hatte sich über das Flugfeld gelegt und die Sicht auf wenige Meter verringert. KLM-Flug 4805 begann seinen Startlauf, während Pan-Am-Flug 1736 sich noch auf derselben Piste befand. Die KLM-Maschine rammte bei hoher Geschwindigkeit die rechte Seite des Pan-Am-Flugzeugs. Beim Aufprall und dem nachfolgenden Feuer starben 583 Menschen, was dies zum schwersten Unglück in der Geschichte der Luftfahrt macht. Einundsechzig Passagiere und Besatzungsmitglieder im vorderen Teil der Pan-Am-Maschine überlebten.

Beide Flugzeuge waren an jenem Sonntag bereits früher nach Los Rodeos umgeleitet worden, nachdem eine Bombenexplosion den Flughafen Gran Canaria, ihr ursprüngliches Ziel, vorübergehend geschlossen hatte. Der kleine Flughafen wurde schnell überfüllt. Geparkte Maschinen blockierten die einzige Rollbahn, sodass startbereite Flugzeuge die Startbahn selbst zum Rollen nutzen mussten. Der KLM-Kapitän glaubte aufgrund eines Missverständnisses in der Funkkommunikation mit der Flugsicherung, er habe die Startfreigabe erhalten. Zur selben Zeit suchte die Pan-Am-Besatzung noch im Nebel nach ihrer Ausfahrt und hatte per Funk mitgeteilt, sie würden melden, wenn sie die Bahn verlassen hätten.

Alle 248 Menschen an Bord der KLM-Maschine starben. Von den 396 Menschen an Bord des Pan-Am-Flugzeugs verloren 335 ihr Leben. Ermittler aus Spanien und den Niederlanden untersuchten die Umstände. Beide Seiten wiesen auf Kommunikationsfehler hin, wobei die niederländische Untersuchung das gegenseitige Missverständnis betonte, während die spanischen Behörden sich auf die voreilige Entscheidung des KLM-Kapitäns konzentrierten. KLM übernahm die Verantwortung und entschädigte die Angehörigen aller Opfer.

Die Katastrophe veränderte die Flugsicherheit weltweit. Sie zeigte den dringenden Bedarf an klarer, standardisierter Sprache in jeder Funkkommunikation zwischen Piloten und Fluglotsen. Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden führten Schulungen im Crew-Resource-Management ein, die jedes Cockpit-Mitglied ermutigen, sich zu Wort zu melden und Entscheidungen zu hinterfragen. Der Grundsatz, dass die Autorität eines Kapitäns durch Teamarbeit ausgeglichen werden muss, wurde zum Eckpfeiler moderner Flugsicherheit, und die Lehren aus Teneriffa prägen bis heute die Pilotenausbildung.

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