Superga: Der Verlust von Il Grande Torino
1949 · event

Am Nachmittag des 4. Mai 1949 stürzte ein Fiat-G.212-Flugzeug, das die Fußballmannschaft von Torino aus Lissabon nach Hause brachte, in die Stützmauer hinter der Basilika von Superga, einer Kirche auf einem Hügel über Turin. Dichter Nebel umgab den Hügel, als sich das Flugzeug der Stadt näherte. Alle einunddreißig Menschen an Bord starben sofort. Zu den Passagieren gehörten die gesamte erste Mannschaft, Trainer, Vereinsfunktionäre und drei bekannte italienische Sportjournalisten.
Torino, bekannt als Il Grande Torino, beherrschte in den 1940er Jahren den italienischen Fußball und hatte vier aufeinanderfolgende Meistertitel gewonnen. Fast die gesamte italienische Nationalmannschaft stammte aus dem Kader von Torino. Die Mannschaft war zu einem Freundschaftsspiel nach Lissabon gereist, um den Benfica-Kapitän Francisco Ferreira zu ehren. Unter den Toten waren Trainer Ernő Egri Erbstein, ein ungarischer Flüchtling, der englische Cheftrainer Leslie Lievesley sowie die Journalisten Renato Casalbore, Gründer von Tuttosport, Renato Tosatti von der Gazzetta del Popolo und Luigi Cavallero von La Stampa.
Die Katastrophe versetzte Torino und den italienischen Fußball in Schock. Der Verein bestritt seine verbleibenden Spiele mit der Jugendmannschaft und Reservespielern. Die Gegner stellten aus Respekt ebenfalls ihre Jugendmannschaften auf, wodurch Torino die Saison beenden und die fünfte Meisterschaft in Folge erringen konnte, die der verlorenen Mannschaft zu Ehren verliehen wurde. Zehntausende nahmen an der Beerdigung auf der Piazza San Carlo in Turin teil.
Die Tragödie von Superga bleibt der dunkelste Tag in der italienischen Sportgeschichte. Sie beendete die Ära des größten Vereins, den Italien je kannte, und beraubte die Nationalmannschaft einer Generation von Talenten. Die Absturzstelle wurde zu einem Wallfahrtsort. Jeden 4. Mai versammeln sich Anhänger an der Basilika, um der Mannschaft zu gedenken, die eine Ära prägte, und der Leben, die an jenem nebligen Nachmittag verloren gingen.