Die Besatzung von Sojus 11: Eine stille Rückkehr, 1971
1971 · event

Am 30. Juni 1971 setzte die Landekapsel von Sojus 11 genau wie geplant in der Steppe Kasachstans auf. Der Fallschirm hatte sich geöffnet, die Landeraketen hatten gezündet, und die Kapsel stand aufrecht. Die Bergungsmannschaft öffnete binnen Minuten die Luke und fand die drei Kosmonauten in ihren Sitzen, noch angeschnallt und ohne Anzeichen von Verletzungen. Georgi Dobrowolski, Wladislaw Wolkow und Wiktor Pazajew waren während der Rückkehr gestorben.
Sie hatten gerade eine Mission beendet, die bis zu diesem Augenblick ein Triumph war. Ihr Raumschiff hatte an Saljut 1 angedockt, der ersten je in eine Umlaufbahn gebrachten Raumstation, und sie hatten dort dreiundzwanzig Tage gelebt und gearbeitet, Geräte aufgebaut, Beobachtungen gemacht und Fernsehsendungen für die Zuschauer daheim gestaltet. Keine Besatzung war je so lange im All gewesen.
Die Ursache war schnell gefunden. Beim Trennen der Module hatte sich ein Druckausgleichsventil zu früh geöffnet, und die Kabine verlor in weniger als einer Minute in etwa einhundertsechzig Kilometern Höhe ihre Luft. Die Besatzung trug keine Druckanzüge, weil die damalige Sojus-Kabine drei Männer in Anzügen nicht fassen konnte. Sie sind bis heute die einzigen Menschen, die oberhalb der Grenze zum Weltraum starben.
Das sowjetische Raumfahrtprogramm flog mehr als zwei Jahre nicht. Als Sojus zurückkehrte, trug es zwei statt drei Kosmonauten, beide in Druckanzügen bei Start, Kopplung und Rückkehr, eine Regel, die seither gilt. Die drei Männer sind an der Kremlmauer in Moskau bestattet, und ihre Namen stehen auf der kleinen Gedenktafel, die auf dem Mond für die bei der Erkundung des Weltraums Gestorbenen zurückgelassen wurde.