New Horizons Reaches Pluto: 14 July 2015

2015 · event

New Horizons Reaches Pluto: 14 July 2015

Am 14. Juli 2015 zog eine Raumsonde von der Größe eines Konzertflügels etwa zwölftausendfünfhundert Kilometer über der Oberfläche Plutos vorbei, mit fast fünfzigtausend Kilometern in der Stunde. New Horizons war neuneinhalb Jahre unterwegs gewesen und hatte eine einzige Gelegenheit. Sie konnte nicht abbremsen, daher war die Begegnung ein einziger Vorbeiflug, bei dem jedes Instrument nach einem Jahre zuvor geschriebenen Drehbuch arbeitete. Da ein Signal aus dieser Entfernung viereinhalb Stunden bis zur Erde braucht, erfuhr das Team erst danach, dass alles funktioniert hatte.

Pluto war seit seiner Entdeckung 1930 ein Fleck von wenigen Bildpunkten gewesen. Die eintreffenden Aufnahmen zeigten drei Kilometer hohe Berge aus Wassereis, eine glatte, herzförmige Ebene aus gefrorenem Stickstoff, die heute Sputnik Planitia heißt, Schichten blauen Dunstes in einer dünnen Atmosphäre und eine Oberfläche mit Gebieten sehr unterschiedlichen Alters. Ein Körper, den man für eine tote Kugel aus Gestein und Eis gehalten hatte, erwies sich als geologisch aktiv.

Die Daten brauchten sechzehn Monate für den Weg nach Hause, Tropfen für Tropfen, über einen Sender mit weniger Leistung als eine Glühbirne im Haushalt. Zu den mitgeführten Gegenständen gehörte ein kleiner Behälter mit der Asche von Clyde Tombaugh, dem jungen Astronomen, der Pluto von einem Hügel in Arizona aus gefunden hatte.

New Horizons flog danach 2019 weiter zu einem kleinen Objekt im Kuipergürtel namens Arrokoth, der am weitesten entfernten je aus der Nähe besuchten Welt. Die Begegnung mit Pluto vollendete die erste Erkundung sämtlicher klassischer Planeten des Sonnensystems, ein Vorhaben, das 1962 mit Mariner 2 begonnen hatte, und sie zeigte, dass der äußere Rand unserer Nachbarschaft weit interessanter ist als erwartet.

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