Der blasse blaue Punkt: Ein Porträt aus sechs Milliarden Kilometern

1990 · event

Der blasse blaue Punkt: Ein Porträt aus sechs Milliarden Kilometern

Am 14. Februar 1990, sechs Milliarden Kilometer von zu Hause entfernt und auf dem Weg aus dem Sonnensystem hinaus, drehte die Raumsonde Voyager 1 ihre Kameras um und nahm eine Reihe von Bildern nach hinten auf. Auf einem davon erscheint die Erde als einzelner Lichtpunkt, kleiner als ein Bildpunkt, gefangen in einem Band aus gestreutem Sonnenlicht. Die Aufnahme erhielt den Namen Blasser blauer Punkt.

Voyager 1 war 1977 gestartet und hatte Jupiter und Saturn bereits aus der Nähe abgelichtet. Ihre Kameras wurden nicht mehr gebraucht und sollten zur Energieeinsparung abgeschaltet werden. Der Astronom Carl Sagan hatte jahrelang dafür geworben, die Sonde solle vor dem Verstummen ein Familienporträt der Planeten aufnehmen, eine Idee ohne wissenschaftlichen Wert im üblichen Sinn, der man genau deshalb widersprach. Die Erlaubnis kam am Ende.

Sagan schrieb über das Ergebnis in einem vier Jahre später erschienenen Buch und hielt fest, dass alle, die je gelebt haben, ihr Leben auf diesem Staubkorn verbracht haben, und wies darauf hin, wie viel Blut Bewohner einer Ecke des Punktes vergossen haben, um zeitweilige Herren einer anderen Ecke zu werden. Die Stelle wird häufiger zitiert als jeder andere Text der modernen Astronomie.

Voyager 1 trat 2012 in den interstellaren Raum ein und sendet weiterhin als das entfernteste menschliche Objekt. Die Aufnahme jenes Februartages liefert keine für die Planetenforschung nützlichen Daten. Sie ist ein Bild der gesamten Menschheitsgeschichte, gemacht aus einer Entfernung, die groß genug ist, dass alles in einen einzigen Lichtpunkt passt, und sie hat für viele das Verständnis des eigenen Ortes verändert.

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