Japan Airlines Flight 123: Mount Osutaka, 1985
1985 · event

Am Abend des 12. August 1985 erlitt Japan-Airlines-Flug 123, eine Boeing 747 auf einem Linienflug von Tokio nach Osaka, zwölf Minuten nach dem Start ein katastrophales Strukturversagen. Das Flugzeug erlebte eine explosive Dekompression, die große Teile des Hecks abriss und sämtliche hydraulischen Steuersysteme zerstörte. Zweiunddreißig qualvolle Minuten lang kämpfte die Besatzung darum, die beschädigte Maschine nur mit Schubkraft zu kontrollieren. Schließlich stürzte das Flugzeug in bergiges Gelände nahe dem Berg Osutaka, etwa hundert Kilometer nordwestlich von Tokio, ab.
An Bord befanden sich 524 Menschen, was den Flug zu einem der am dichtesten besetzten Passagierflüge seiner Zeit machte. Darunter waren Familien auf der Rückreise vom Sommerurlaub, Geschäftsreisende und fünfzehn Besatzungsmitglieder. Die Ursache, so stellten Ermittler später fest, lag in einer Reparatur, die sieben Jahre zuvor nach einem kleineren Zwischenfall durchgeführt worden war. Boeing-Techniker hatten eine Reparaturplatte am hinteren Druckschott fehlerhaft angebracht und nur eine Nietenreihe statt der erforderlichen zwei verwendet. Über Tausende von Flugzyklen schwächte Materialermüdung die fehlerhafte Verbindung, bis sie schließlich versagte.
Der Aufprall und die darauffolgenden Brände töteten die meisten Passagiere sofort. Rettungskräfte erreichten die abgelegene Absturzstelle erst am nächsten Morgen, obwohl einige Überlebende die Nacht hindurch um Hilfe riefen. Als die Rettungsteams eintrafen, fanden sie nur vier Überlebende, allesamt Frauen und Mädchen, die im hinteren Teil gesessen hatten. Insgesamt verloren 520 Menschen ihr Leben, was die Katastrophe zum tödlichsten Einzelflugzeugunglück der Geschichte macht.
Die Tragödie veränderte die Flugsicherheit weltweit. Sie führte zu umfassenden Änderungen bei Wartungsverfahren, strengerer Überwachung von Reparaturarbeiten und neuen Protokollen für Notfalleinsätze in schwierigem Gelände. Jedes Jahr kehren Angehörige der Opfer zu einer Gedenkstätte am Berg Osutaka zurück, um der Verstorbenen zu gedenken. Die Katastrophe bleibt eine eindringliche Mahnung, dass in der Luftfahrt selbst der kleinste Wartungsfehler unvorstellbare Folgen haben kann.