Earthrise: Christmas Eve, 1968

1968 · event

Earthrise: Christmas Eve, 1968

Am 24. Dezember 1968 wurden drei Männer zu den ersten Menschen, die zu einer anderen Welt reisten. Apollo 8 trug Frank Borman, James Lovell und William Anders zehnmal um den Mond, und im vierten Umlauf drehte sich das Raumschiff so, dass die Erde über dem Mondhorizont aufstieg. Anders griff nach einer Kamera mit Farbfilm und fotografierte eine blau-weiße Kugel, die über einer grauen, zerbrochenen Landschaft hing. Das Bild wurde als Erdaufgang bekannt.

Die Mission war binnen weniger Monate vorgezogen und umgestaltet worden. Apollo 8 war der erste bemannte Flug der gewaltigen Saturn-V-Rakete, der erste, der die Erdumlaufbahn verließ, und der erste, der Navigation und Triebwerkszündungen in Mondentfernung erprobte, alles noch vor jedem Landeversuch. Die drei sendeten an Heiligabend außerdem live und lasen den Anfang des Buches Genesis vor dem damals größten Fernsehpublikum aller Zeiten.

Das Jahr 1968 war eines der Attentate, des Krieges und der Unruhen, und die Fotografie kam an seinem Ende mit einer einfachen und ungewohnten Botschaft. Alle, die je jemand gekannt hatte, befanden sich auf diesem kleinen Gegenstand, ohne sichtbare Grenzen und ohne irgendetwas anderes in der Nähe. Binnen achtzehn Monaten fand der erste Tag der Erde statt, und das Bild erschien auf Plakaten, Briefmarken und den Titelseiten der Umweltbewegung.

Der Erdaufgang gilt oft als die einflussreichste Fotografie überhaupt. Die Besatzung war zum Mond geflogen, um den Mond zu betrachten, und das Bild, auf das es ankam, entstand, als sie sich umdrehte. In der Debatte über den Umgang mit dem Planeten dient es als Beleg, und es bleibt die schlichteste verfügbare Beschreibung des Ortes, an dem wir alle leben.

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