Der letzte Flug von Amelia Earhart: Der Pazifik, 1937
1937 · event

Am 2. Juli 1937 starteten die amerikanische Pilotin Amelia Earhart und ihr Navigator Fred Noonan mit einer zweimotorigen Lockheed Electra von Lae auf Neuguinea. Vor ihnen lagen mehr als viertausend Kilometer offener Pazifik und ein Ziel von kaum drei Kilometern Länge, das Korallenpünktchen der Howlandinsel. Dort wartete ein Schiff der US-Küstenwache, um sie per Funk einzuweisen. Ihre Stimme drang stundenlang durch das Rauschen, immer dringlicher, und meldete, dass der Treibstoff zur Neige gehe und die Insel nicht zu sehen sei. Dann brachen die Funksprüche ab.
Earhart war damals bereits eine der bekanntesten Personen der Welt. 1932 hatte sie als erste Frau allein den Atlantik überflogen, und sie nutzte ihren Ruhm für die Überzeugung, dass die Luftfahrt, und vieles andere, auch Frauen offenstehen müsse. Der Flug von 1937 war der Versuch, die Erde nahe dem Äquator zu umrunden, auf der längsten Route, die je jemand versucht hatte, und beim Abflug von Neuguinea lagen etwa zwei Drittel davon hinter ihr.
Die anschließende Suche war die größte, die die US-Marine je für ein einzelnes Flugzeug unternahm. Schiffe und Flugzeuge durchkämmten Hunderttausende Quadratkilometer Ozean und fanden nichts. Untersuchungen dauern bis heute an, von der schlichten Folgerung, dass der Maschine der Treibstoff ausging und sie nahe Howland ins Meer stürzte, bis zur Vermutung, die beiden hätten eine unbewohnte Insel weiter südlich erreicht und dort eine Zeit lang als Gestrandete gelebt. Expeditionen kehren mit neuer Technik immer wieder in die Region zurück.
An Amelia Earhart erinnert man sich weniger wegen des Rätsels als wegen dessen, was sie mit ihrem Leben tat, solange sie es hatte. Sie schrieb, hielt Vorträge, förderte andere Fliegerinnen und wies die Grenzen zurück, die man ihr setzte. Der unvollendete Flug hat ihren Namen in der Luft gehalten, doch wichtig bleibt vor allem der bewusste Mut, der sie überhaupt über den Pazifik brachte.