Amundsen erreicht den Südpol: 14. Dezember 1911
1911 · event

Am 14. Dezember 1911 hielten fünf Männer auf Skiern, mit vier Schlitten und siebzehn Hunden, mitten auf einer merkmalslosen weißen Ebene an und maßen sorgfältig den Sonnenstand. Ihre Berechnungen stimmten überein. Roald Amundsen und seine Gefährten Olav Bjaaland, Helmer Hanssen, Sverre Hassel und Oscar Wisting standen am Südpol, als erste Menschen überhaupt. Sie setzten die norwegische Flagge, nannten den Ort Polheim, ließen ein kleines Zelt mit einem Brief darin zurück und wandten sich heimwärts.
Amundsen hatte die Reise als logistische Aufgabe geplant. Von den Netsilik in der Arktis hatte er gelernt, wie man sich in extremer Kälte fortbewegt und kleidet, er setzte Hunde statt Ponys oder Motoren ein, und er legte Vorratsdepots im Voraus an und markierte sie mit Fahnenreihen, damit sie auch bei schlechter Sicht nicht zu verfehlen waren. Sein Stützpunkt in der Walbucht lag näher am Pol als die Alternative, und zu seinem Team gehörten hervorragende Skiläufer.
Robert Falcon Scott und vier Gefährten erreichten denselben Punkt am 17. Januar 1912 und fanden dort das norwegische Zelt vor. Alle fünf starben auf dem Rückweg, aufgerieben von Kälte, Hunger und Verletzungen, nur wenige Kilometer von einem Depot entfernt. Über den Unterschied zwischen beiden Expeditionen wird seither gestritten, in Fragen der Methode, des Glücks und des Wetters.
Amundsens Gruppe kehrte ohne einen einzigen Verlust zum Stützpunkt zurück und hatte fast dreitausend Kilometer zurückgelegt. Die Leistung schloss die letzte große Lücke auf der Karte der Erde und gilt als Lehrstück der Vorbereitung. Amundsen überflog später den Nordpol mit einem Luftschiff und verschwand 1928 in der Arktis bei der Suche nach einer vermissten Expedition, ein Ende, wie es sein Leben stets riskiert hatte.