Das Lächeln, das nie verging: Leonardo malt die Mona Lisa
1503 · event
Um 1503 saß Lisa Gherardini, die Frau eines Florentiner Seidenhändlers, für ein Porträt Modell, das ihr Mann vermutlich nie erhielt. Leonardo da Vinci trug die kleine Pappelholztafel sein ganzes weiteres Leben mit sich, überarbeitete sie Schicht für hauchdünne Schicht, mit einer Technik so fein, dass unter dem Mikroskop kein einzelner Pinselstrich zu erkennen ist.
Jahrhundertelang war sie nur eines von vielen Kunstwerken, bis ein italienischer Handwerker sie 1911 aus dem Louvre entwendete, um sie „nach Hause zurückzubringen“. Die zweijährige Fahndung machte sie zum berühmtesten Gesicht der Welt; als sie zurückkam, standen die Menschen Schlange, um nicht ein Gemälde, sondern einen Star zu sehen.
Heute zieht sie jährlich zehn Millionen Besucher hinter kugelsicherem Glas an, das meistbetrachtete, meistparodierte und bestgeschützte Bild, das je von Menschenhand geschaffen wurde. Das Lächeln weigert sich auch nach fünfhundert Jahren, sich zu erklären.