Der Untergang des Römischen Reiches

476 · event

Der Untergang des Römischen Reiches

4. September 476 n. Chr.: Romulus Augustulus, der letzte weströmische Kaiser, wurde vom germanischen Heerführer Odoaker abgesetzt. Damit endete das Weströmische Reich, das über 500 Jahre lang Europa, Nordafrika und den Nahen Osten beherrscht hatte. Der Untergang Roms leitete das Mittelalter ein und veränderte den Lauf der abendländischen Zivilisation. Straßen verfielen, die Schriftkundigkeit nahm ab, und die zentrale Verwaltung brach zusammen. Doch das römische Recht, die römische Sprache und Kultur überdauerten und prägten Europa noch über Jahrhunderte hinweg. Der Widerhall Roms ist bis heute spürbar.

Rom fiel nicht an einem Tag, es verblasste über Generationen hinweg: die Legionen wurden abgezogen, die Aquädukte blieben unrepariert, und der letzte Kaiser war ein Jüngling, der, mit dem Ironiesinn der Geschichte, Romulus Augustulus hieß und von einem Soldaten abgesetzt wurde, der sich nicht einmal die Mühe machte, die Krone an sich zu nehmen.

Und doch endete Rom nie ganz. Seine Sprache wurde zu Spanisch, Französisch, Italienisch, Rumänisch; sein Recht bildet die Grundlage der europäischen Gerichte; seine Straßen liegen noch heute unter den Autobahnen. Reiche enden, die Erinnerung wächst weiter.

← Welt der Erinnerungen