Endlich frei: Die Entlassung Nelson Mandelas

1990 · Cape Town, South Africa · event

Endlich frei: Die Entlassung Nelson Mandelas

Am 11. Februar 1990, nach 27 Jahren Gefangenschaft, verließ Nelson Mandela als freier Mann das Victor-Verster-Gefängnis nahe Kapstadt in Südafrika. Die Welt sah zu, wie der 71-jährige Anführer der Anti-Apartheid-Bewegung, Hand in Hand mit seiner Frau Winnie, mit erhobener Faust den ikonischen Gruß zeigte, der zum Symbol des Widerstands geworden war. Mandela war seit 1962 wegen seines Kampfes gegen das brutale Apartheidregime Südafrikas gefangen gehalten worden, davon 18 Jahre im berüchtigten Gefängnis auf Robben Island. Trotz Angeboten einer bedingten Freilassung, sofern er sich von der Gewalt lossage, weigerte sich Mandela, seine Grundsätze zu verraten. Seine Freilassung erfolgte nach intensivem internationalem Druck, Wirtschaftssanktionen und der Erkenntnis von Präsident F.W. de Klerk, dass die Apartheid nicht länger aufrechtzuerhalten war. In seiner ersten Rede als freier Mann, gehalten vom Balkon des Rathauses von Kapstadt vor einer Menge von 50.000 Menschen, rief Mandela zu Frieden und Versöhnung statt zu Rache auf. Er betonte, dass der Kampf noch nicht vorbei sei und dass alle Südafrikaner gemeinsam am Aufbau einer demokratischen Nation arbeiten müssten. Vier Jahre später, 1994, wurde Mandela in der ersten vollständig demokratischen Wahl des Landes Südafrikas erster schwarzer Präsident. Seine Amtszeit war geprägt von Bemühungen um Versöhnung durch die Wahrheits- und Versöhnungskommission, die die Wunden der Apartheid durch Anerkennung statt durch Vergeltung zu heilen suchte. Mandelas Freilassung markierte den Anfang vom Ende der Apartheid und zeigte die Kraft von Vergebung und Versöhnung. Sein Weg vom Gefangenen zum Präsidenten inspirierte unterdrückte Menschen weltweit und bewies, dass selbst die tief verwurzeltsten Systeme der Ungerechtigkeit durch Mut, Geduld und moralische Autorität überwunden werden können.

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