Die Verurteilten
1994 · movie
Stephen King verfasste das Drehbuch selbst nach seiner eigenen Novelle aus dem Sammelband "Frühling, Sommer, Herbst und Tod", während Regisseur Frank Darabont daraus seinen ersten Spielfilm schuf. Gedreht wurde im Mansfield Reformatory in Ohio mit einem bescheidenen Budget von 25 Millionen Dollar, und die Produktion besetzte Morgan Freeman und Tim Robbins in Rollen, die ihre Karrieren prägen sollten. Darabont traf bewusste Entscheidungen bezüglich Tempo und visueller Erzählweise und vertraute dabei auf lange Stille und feine schauspielerische Zurückhaltung statt auf plumpe Effekte.
Die Verurteilten erschien während der Ära der Superhelden-Blockbuster und blieb im Kino zunächst hinter den Erwartungen zurück, doch die Veröffentlichung auf Video löste eine beispiellose Mundpropaganda aus. Der Film bewies, dass Gefängnisgeschichten Hoffnung, Freundschaft und institutionelle Korruption mit literarischer Raffinesse erkunden konnten, ohne dabei an Unterhaltungswert zu verlieren. Sein Erfolg veränderte grundlegend, wie Studios und Publikum Charakterdramen betrachteten, und zeigte, dass intellektuelle, für Erwachsene gedachte Erzählungen über alternative Vertriebswege ein Massenpublikum erreichen konnten.
Der Film hat eine erstaunliche kulturelle Stellung erlangt und wird in unzähligen Umfragen immer wieder zum Lieblingsfilm des Publikums gekürt, obwohl er keinen einzigen bedeutenden Oscar gewonnen hat. Seine einprägsamen Dialogzeilen sind Teil der Alltagssprache geworden, und der Film läuft immer wieder im Kabelfernsehen und bringt so neue Generationen mit seiner Erzählung von Erlösung in Berührung. Darabonts weiterer Karriereverlauf und Freemans Status als Doyen des Kinos lassen sich direkt auf diesen Film zurückführen, während seine Themen bei Zuschauern, die nach Geschichten über menschliche Würde und institutionelles Unrecht suchen, weiterhin Anklang finden.