The Legend of Zelda: Ocarina of Time

1998 · game

The Legend of Zelda: Ocarina of Time

Eiji Aonuma und Shigeru Miyamoto leiteten zwischen 1996 und 1998 die Entwicklung bei Nintendo EAD und schufen mit einem 60-köpfigen Team das erste 3D-Zelda-Spiel für das Nintendo 64. Die Entwickler standen vor der grundlegenden Herausforderung, die Vogelperspektive der Zelda-Reihe in die dritte Dimension zu übertragen, und erfanden schließlich das Z-Targeting-System, das die Kameraprobleme löste, an denen frühe 3D-Spiele häufig scheiterten. Aonumas Entscheidung, das Spiel in eine Kindheits- und eine Erwachsenenzeitlinie aufzuteilen, erlaubte es den Spielern, dieselbe Welt über Jahrzehnte hinweg zu erleben, wodurch sich der Umfang des Spiels verdoppelte, ohne dass die erzählerische Kohärenz litt.

Ocarina of Time erschien zu einer Zeit, als 3D-Spiele noch weitgehend unerforschtes Terrain waren und nur wenige Studios wussten, wie man Spieler durch weitläufige 3D-Räume führt oder fesselnde Rätselumgebungen jenseits flacher Verliese gestaltet. Das Steuerungssystem fühlte sich trotz seiner Komplexität intuitiv an, das Kamerasystem wurde zum Industriestandard, und die riesige Spielwelt wirkte tatsächlich frei erkundbar statt linear. Verlage erkannten sofort, dass Aonuma die Formel für das 3D-Adventure gefunden hatte, was eine ganze Generation von Spielen hervorbrachte, die versuchten, dessen Grundprinzipien nachzuahmen, ohne jedoch dessen Feinschliff zu erreichen.

Jahrzehnte später bleibt Ocarina of Time mit 99 Punkten das bestbewertete Videospiel auf Metacritic, und Speedrunner entdecken bis heute neue Sequenzbrüche und Optimierungsstrategien. Sein Z-Targeting-System findet sich in unzähligen Actionspielen wieder, von Dark Souls bis zu modernen Prince-of-Persia-Titeln, und gilt als Aonumas einflussreichste Erfindung. Das Spiel verkaufte sich 7,6 Millionen Mal und prägte grundlegend, wie Entwickler Kamerasteuerung, Verliesdesign und 3D-Umgebungserzählung konzipieren, sodass jeder Entwickler, der in diesem Bereich arbeitet, Aonumas Vokabular übernimmt, ob bewusst oder nicht.

← Ikonen