Der große Gatsby
1925 · book
F. Scott Fitzgerald schrieb Der große Gatsby im Jahr 1924 während seines Aufenthalts auf Long Island. Er schöpfte dabei aus seinen Beobachtungen der wohlhabenden Elite und seiner eigenen zunächst gescheiterten Liebesbeziehung zu Zelda Sayre, bevor deren Ehe die Beziehung stabilisierte. Der Roman entstand nach Fitzgeralds früheren kommerziellen Erfolgen, darunter Diesseits vom Paradies, das er im Alter von nur dreiundzwanzig Jahren verfasst hatte. Nach seiner Veröffentlichung im April 1925 erhielt das Buch zunächst eine gemischte Kritik und verkaufte sich nur mäßig, was Fitzgerald in seiner produktivsten schöpferischen Phase finanziell enttäuschte.
Gatsby revolutionierte den amerikanischen Roman, indem er bewies, dass literarische Raffinesse auch aus volksnahen Milieus erwachsen konnte und dass das Leben der neuen amerikanischen Reichen jene technische Präzision verdiente, die bisher dem europäischen literarischen Realismus vorbehalten war. Fitzgeralds kontrollierte Erzählweise durch Nick Carraway sowie seine lebendige symbolische Genauigkeit zeigten, dass modernistische Innovation gefühlvoll bleiben konnte, ohne in Dunkelheit zu verfallen. Die Auseinandersetzung des Romans mit amerikanischem Streben, moralischer Leere und der verderblichen Wirkung des Reichtums brachte Ängste zum Ausdruck, die sich als zeitlos und nicht nur zeitgebunden erwiesen.
Nach Fitzgeralds Tod im Jahr 1940 erfuhr Gatsby eine nachträgliche Anerkennung und wurde schließlich als der größte amerikanische Roman gefeiert, mit anhaltenden weltweiten Verkaufszahlen, die die traditionelle Unterhaltungsliteratur weit übertreffen. Der Text bildet weltweit einen festen Bestandteil des Literaturunterrichts, während Fitzgeralds Prosa selbst zu einem Maßstab wurde, an dem andere Schriftsteller ihr eigenes Schaffen messen. Zahlreiche Verfilmungen über die Jahrzehnte hinweg, von 1949 bis zu Baz Luhrmanns Fassung aus dem Jahr 2013, zeugen von der unerschöpflichen symbolischen Fülle des Romans und seiner fortdauernden Bedeutung für die Erforschung amerikanischer Identität und Sehnsucht.