La Dolce Vita
1960 · movie
Federico Fellini führte 1960 Regie bei La Dolce Vita, nach einem Drehbuch, das er gemeinsam mit Ennio Flaiano und Tullio Pinelli verfasste. Der Film zeigte Marcello Mastroianni als Marcello, einen Klatschkolumnisten, der sich durch die römische High Society bewegt, an der Seite von Anita Ekberg, Anouk Aimée, Steiner Ingrid, Barbara Steele und zahlreichen Nebendarstellern, die verschiedene Facetten römischer Dekadenz verkörperten. Fellini arbeitete mit dem Kameramann Gianni Di Venanzo zusammen, um eine visuelle Sprache aus Chiaroscuro und Tiefenschärfe zu schaffen, die gewöhnliche Schauplätze in Traumlandschaften moralischer Leere und sinnlichen Übermaßes verwandelte.
Der Film verzichtete auf eine konventionelle Erzählentwicklung zugunsten episodischer Begegnungen, die sich zu einem Porträt geistiger Verarmung verdichten, das sich als Kultiviertheit tarnt. Fellinis Kamera beobachtet ohne zu urteilen und stellt Hedonismus und Spiritualität als parallele Bestrebungen dar, die sich nie tatsächlich berühren. Die neun Abschnitte des Films funktionieren fast wie Jazzimprovisationen über die Themen Begehren, Berühmtheit, Verderbtheit und die Suche nach Sinn in einer Kultur, die sich der Oberfläche verschrieben hat. Der Film begründete eine eigenständige italienische Filmästhetik, die das europäische Kino über Jahrzehnte hinweg beeinflusste.
La Dolce Vita wurde zum Sinnbild italienischen Stils und kultureller Raffinesse, während er diese Vorstellung durch Fellinis düster ironische Perspektive zugleich in Frage stellte. Der Einfluss des Films zeigt sich im selbstbewussteren Umgang des New Hollywood mit Stil, in der Hinwendung des europäischen Autorenkinos zum visuellen Expressionismus und im episodischen Erzählen zeitgenössischer Filmemacher. Fellinis Begriff 'Paparazzi', durch diesen Film weithin bekannt geworden, ging in die Alltagssprache ein und spiegelt die treffende Prophezeiung des Films über die Entwicklung der Prominentenkultur bis in die Gegenwart wider.