Don Quixote

1605 · book

Don Quixote

Miguel de Cervantes, ein alternder spanischer Schriftsteller und ehemaliger Soldat, veröffentlichte Don Quijote in zwei Teilen (1605 und 1615), nach Jahren der Erfolglosigkeit und finanziellen Not. Er verfasste das Werk teilweise, um die absurden Ritterromane zu verspotten, die damals Spanien überschwemmten, doch sein Genie lag darin, um einen wahnhaften Landedelmann, der sich durch seine Lektüre in den Wahnsinn liest, eine tiefgründige Charakterstudie zu errichten. Der Roman entstand im spanischen Goldenen Zeitalter, als die Druckkultur aufblühte und die Leser nach Unterhaltung verlangten.

Don Quijote veränderte grundlegend, was Literatur zu leisten vermochte, indem er bewies, dass eine komische Prämisse über 700 Seiten hinweg philosophische Tiefe tragen konnte. Cervantes verband Realismus mit Fantasie, Komik mit Tragik und Windmühlen mit existenziellen Fragen über Wahrnehmung und Wirklichkeit. Das Buch sprengte alle Erwartungen daran, was Erzählkunst leisten sollte, und ging über bloße Unterhaltung hinaus zu einer echten Erkundung menschlicher Verblendung und Sehnsucht. Es wurde zum Vorbild, auf das sich jeder nachfolgende Romanautor bewusst oder unbewusst bezog.

Heute gilt Don Quijote als der meistübersetzte und meistgelesene Roman der Geschichte, abgesehen von religiösen Texten, mit über 500 Adaptionen in Film, Oper, Theater und Ballett. Literaturwissenschaftler sehen in ihm die Geburtsstunde des modernen Romans, da er den inneren Monolog, die unzuverlässige Erzählweise und den fehlerhaften Protagonisten begründete, den das Publikum trotz seiner Lächerlichkeit lieben konnte. Universitäten führen ihn noch immer als grundlegende Lektüre, und Redewendungen wie der Kampf gegen Windmühlen fanden weltweit Eingang in die Umgangssprache als Metapher für vergeblichen Idealismus.

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