Der Hoover-Staudamm: Die Bezwingung des Colorado

1936 · event

Der Hoover-Staudamm: Die Bezwingung des Colorado

Als 1931 die Bauarbeiten begannen, war der Colorado River noch wild und ungezähmt, seine sintflutartigen Frühlingshochwasser verwüsteten Ackerland und Siedlungen im gesamten Südwesten. Arbeiter stiegen in die schattigen Tiefen des Black Canyon hinab, dort, wo Nevada und Arizona zusammentreffen, um eines der gewagtesten Ingenieurprojekte ihrer Zeit zu verwirklichen. In diesen Jahren der Großen Depression, als Millionen Menschen um Arbeit rangen, wurde das Staudammprojekt zu einem Hoffnungsschimmer und beschäftigte Tausende von Arbeitern, die gegen alle Widerstände Hammer schwangen und gewaltige Maschinen bedienten. Das schiere Ausmaß des Vorhabens war atemberaubend: Man wollte einen ganzen Fluss mit einer geschwungenen Betonmauer zurückhalten und dort, wo einst Wüste war, ein Binnenmeer schaffen.

Fünf mühevolle Jahre harter Arbeit verwandelten den Canyon in eine Baustellenmetropole. Die Arbeiter trotzten glühender Hitze, die über fünfzig Grad Celsius stieg, bewegten sich durch tückisches Gelände und bedienten dabei Geräte, die von unmöglicher Komplexität schienen. Der menschliche Preis war hoch, mehr als hundert Menschen kamen bei den unerbarmlichen Arbeiten ums Leben. Doch trotz aller Prüfungen hielten Ingenieure und Arbeiter durch, gossen Millionen Tonnen Beton und installierten Turbinen mit äußerster Präzision.

Als Präsident Franklin D. Roosevelt am 30. September 1935 zur Einweihung eintraf, erlebte er einen Triumph amerikanischer Entschlossenheit und Erfindungsgabe. Obwohl während der Bauzeit offiziell Hoover-Staudamm genannt, stand das Bauwerk als Denkmal für die Widerstandskraft einer ganzen Nation in verzweifelten Zeiten. Der Colorado River, endlich hinter diesem prächtigen Bogen gebändigt, versprach dem von Dürre geplagten amerikanischen Westen Bewässerung, Elektrizität und Wohlstand.

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