Die Schlacht an der Somme: 1916
1916 · event
An einem nebligen Morgen im Juli 1916 eröffneten die Geschütze der britischen und französischen Armeen entlang des Sommetals das Feuer und entfesselten ein Bombardement, dessen Echo noch monatelang über die Westfront hallen sollte. Was mit dem Anbruch der Dämmerung am 1. Juli begann, verwandelte sich in einen der verheerendsten Konflikte der Geschichte. Der vorbereitende Artillerieangriff, der die deutschen Stellungen vernichten und den vorrückenden Infanteristen den Weg ebnen sollte, tobte sieben Tage lang, bevor die ersten Wellen von Soldaten aus ihren Schützengräben stiegen. Mehr als drei Millionen Männer aus den Armeen Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands trafen auf einem Landstrich aufeinander, der zum Sinnbild eines Schlachtens im industriellen Maßstab werden sollte.
Der anfängliche britische Vorstoß an jenem ersten Tag brachte eine Katastrophe. Soldaten, viele von ihnen unerfahren und mit schwerer Ausrüstung beladen, durchquerten das Niemandsland nur, um festzustellen, dass der deutsche Stacheldraht unversehrt war und feindliche Maschinengewehrschützen bereits warteten. Fast 20.000 britische Soldaten fielen an einem einzigen Tag, weitere 40.000 wurden verwundet, doch die Offensive wurde unerbittlich fortgesetzt. Die französischen Truppen hatten weiter südlich zunächst größeren Erfolg, doch die unaufhaltsame Wucht der Schlacht setzte sich den ganzen Sommer und Herbst hindurch fort.
Als die Offensive am 18. November schließlich zum Erliegen kam, belief sich die Zahl der Toten und Verwundeten auf über eine Million Männer. Die Frontlinien hatten sich kaum verschoben. Weder britische noch französische noch deutsche Befehlshaber erreichten den erhofften Durchbruch, doch die Somme wurde zu einem prägenden Symbol des brutalen Stellungskriegs des Ersten Weltkriegs. Die Schlacht blieb als Zeugnis von Mut und Vergeblichkeit zugleich in Erinnerung.