Das Attentat auf Lincoln: Ford's Theatre
1865 · event
Am 14. April 1865 nahm Abraham Lincoln in der Präsidentenloge des Ford's Theatre in Washington, D.C. Platz, in der Hoffnung auf einen Abend der Erholung. Der Amerikanische Bürgerkrieg hatte das Land vier Jahre lang verwüstet, und obwohl der Sieg der Union nahe schien, trugen die Züge des Präsidenten die tiefen Spuren angesammelten Kummers. Neben ihm saß seine treue Frau Mary Todd, dazu Major Henry Rathbone und seine Verlobte Clara Harris. Das Orchester begann zu spielen, als sich der Vorhang für 'Our American Cousin' hob, eine heitere Komödie, die für einen Moment Flucht bieten sollte vor der Last der Führung und des Verlusts, die Lincolns Präsidentschaft überschattet hatten.
Als sich der dritte Akt entfaltete und Gelächter durch das Theater ging, schlich sich John Wilkes Booth, ein gefeierter Schauspieler und leidenschaftlicher Sympathisant der Konföderation, in die Präsidentenloge. Seine Hand zitterte, als er eine Derringer-Pistole an Lincolns Hinterkopf hob. Der Schuss ertönte, plötzlich und schrecklich, seine Bedeutung wurde von vielen im Publikum zunächst nicht erfasst, die glaubten, es gehöre zur Vorstellung. Lincoln sackte nach vorne, tödlich verwundet, sein Gesicht verwandelte sich binnen eines Augenblicks von friedlicher Ruhe in Tragik.
Der Präsident wurde über die Straße ins Petersen House getragen, wo Ärzte die ganze Nacht verzweifelt um sein Leben kämpften. Doch die Wunde war unheilbar. Im grauen Morgengrauen des 15. April, umgeben von seinem Kabinett und engsten Beratern, tat Abraham Lincoln seinen letzten Atemzug, sein großes Werk unvollendet, dem Land sein Führer geraubt in der verletzlichsten Stunde der Geschichte.