Das Attentat auf Franz Ferdinand: Sarajevo, 1914

1914 · event

Das Attentat auf Franz Ferdinand: Sarajevo, 1914

Am Morgen des 28. Juni 1914 traf Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich, Thronfolger der österreichisch-ungarischen Monarchie, mit seiner Frau Sophie, Herzogin von Hohenberg, in Sarajevo ein. Das Paar war gekommen, um militärische Manöver in Bosnien und Herzegowina zu beobachten, jener unruhigen südslawischen Provinz des Reiches, die erst sechs Jahre zuvor annektiert worden war. Ihr Besuch war eine Demonstration kaiserlicher Autorität in einer Region, in der nationalistischer Unmut brodelte. Während die Wagenkolonne durch die engen Straßen der Provinzhauptstadt fuhr, versammelten sich trotz der zugrunde liegenden Spannungen Menschenmengen. Nur wenige unter den Beamten und Würdenträgern ahnten, dass serbische nationalistische Verschwörer sich entlang der Route postiert hatten, entschlossen, einen Schlag gegen die österreichisch-ungarische Herrschaft zu führen.

Das Attentat kam ohne Vorwarnung. Gegen halb elf Uhr morgens, als der offene Wagen eine Straße am Flussufer entlangfuhr, trat Gavrilo Princip, ein neunzehnjähriger bosnisch-serbischer Student, vom Gehsteig hervor und feuerte aus nächster Nähe zwei Schüsse ab. Der Erzherzog und seine Frau sanken tödlich verwundet nieder, ihr Blut färbte die Polsterung des Fahrzeugs. Princip wurde sofort von der Polizei festgenommen, doch seine Mitverschwörer verschwanden in der Menge. Innerhalb weniger Stunden wurden Franz Ferdinand und Sophie für tot erklärt, ihr Leben binnen weniger Sekunden ausgelöscht.

Die Schüsse, die in Sarajevo fielen, hallten mit katastrophaler Wucht durch ganz Europa. Das Ultimatum Österreich-Ungarns an Serbien, Wochen später gestellt, löste eine Kettenreaktion von Bündnisverpflichtungen und militärischen Mobilmachungen aus. Die Diplomatie vermochte die Krise nicht einzudämmen, und im August versank der Kontinent im mechanisierten Gemetzel des Ersten Weltkriegs, einem Konflikt, der die Landkarte Europas neu gestalten und Millionen Menschenleben fordern sollte.

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