Die Iranische Revolution: 1979

1979 · event

Die Iranische Revolution: 1979

Das Jahr 1979 erlebte den Zusammenbruch einer Dynastie, die fast fünfzig Jahre lang über Persien geherrscht hatte. Schah Mohammad Reza Pahlavi, der letzte Monarch auf Irans altehrwürdigem Thron, verließ am sechzehnten Januar seinen Palast und ließ damit ein Modernisierungsprojekt zurück, das in seinem unerbittlichen Streben das Herz der iranischen Gesellschaft selbst entfremdet hatte. Hinter ihm lagen Jahrzehnte konzentrierter Macht, eines Geheimdienstapparats und einer westlich orientierten Politik, die zunehmend unvereinbar geworden war mit der spirituellen und kulturellen Identität der persischen Nation. Die Straßen erhoben sich nicht in der Ekstase plötzlicher Befreiung, sondern in dem tiefen, unverkennbaren Grollen historischer Umwälzung, Millionen bewegten sich wie ein Einziger, ihre Stimmen erhoben sich aus Wohnvierteln, Basaren und Moscheen.

In dieses erschütterte Vakuum trat Ruhollah Khomeini, ein betagter islamistischer Kleriker, dessen Stimme die angestauten Klagen der entrechteten Massen Irans trug. Vierzehn Jahre lang hatte er aus dem Exil gesprochen; seine Botschaft, auf Kassetten heimlich ins Land geschmuggelt, hatte sich wie ein beharrliches Gebet durch den Untergrund gezogen. Als er am ersten Februar nach Teheran zurückkehrte, strömten fast drei Millionen Iraner auf die Straßen, um ihn zu empfangen. Kein Einzelner hatte die zahllosen Strömungen der Revolution gelenkt, die Linken, die Religionsgelehrten, die Nationalisten, die Intellektuellen, doch Khomeini trat als jene Gestalt hervor, um die sich die zersplitterte Sehnsucht der Nation zu etwas Geschlossenem und Bestimmendem verdichten konnte.

Im April wurde die Islamische Republik offiziell ausgerufen und trennte Iran endgültig von seiner monarchischen Vergangenheit. Diese Umwälzung erschütterte die ganze Welt und zeigte, dass die säkulare Modernisierung keineswegs das unausweichliche Ziel der Geschichte war und dass Nationen radikal andere Wege wählen konnten. Was sich in jenem Winter auf den Straßen Irans ereignete, war nicht das Werk von Propagandisten oder Generälen allein, sondern der Ausbruch eines gemeinsamen Willens, der sich Generation für Generation unter der Oberfläche diplomatischer Zeremonien und offizieller Fortschrittsberichte angesammelt hatte.

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