Die Geburt Jesu: Bethlehem
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In den letzten Jahren der Herrschaft des Herodes über Judäa wurde in Bethlehem ein Kind geboren, dessen Leben den Lauf der Menschheitsgeschichte verändern sollte. Den Berichten zufolge, die in den Evangelien nach Matthäus und Lukas überliefert sind, kam diese Geburt zu einer jungen Frau namens Maria, die mit Josef verlobt war, einem Zimmermann davidischer Abstammung, der in Nazareth lebte. Die Umstände waren bescheiden und unauffällig, eine kleine Stadt im judäischen Bergland, fern der Zentren der Macht. Doch jene, die es miterlebten oder später davon erfuhren, verstanden, dass sich hier etwas Außergewöhnliches ereignet hatte, ein Eingreifen des Göttlichen in den gewöhnlichen Ablauf menschlicher Geburt und familiären Lebens. Das Kind erhielt den Namen Jesus.
Die beiden ältesten schriftlichen Berichte über diese Geburt stimmen in den wesentlichen Punkten überein, die für den christlichen Glauben grundlegend werden sollten. Maria und Josef, durch die jüdischen Verlobungsbräuche gebunden, erwarteten die Ehe, doch die Evangelien bezeugen, dass die Empfängnis Jesu die Naturgesetze überstieg. Josef, obgleich irdischer Vater und Beschützer des Kindes, war nicht sein leiblicher Vater. Die Stammbäume, die über Josefs Abstammungslinie verliefen, verbanden das Kind mit König David selbst und verankerten diese bescheidene Geburt in dem großen Bogen der heiligen Geschichte Israels und seiner messianischen Hoffnung.
In jener bescheidenen Stadt, in der einst David als Knabe Schafe gehütet hatte, trat sein größerer Nachkomme in die Welt. Ob in einem Stall oder einer einfachen Behausung, die Geburt selbst blieb für die Vorübergehenden unbemerkt, doch die Evangelisten, die sie Jahrzehnte später niederschrieben, sahen darin den Augenblick, in dem die Ewigkeit die Zeit berührte, in dem Gott sich der Menschheit in der zerbrechlichen Gestalt eines Kindes näherte. Bethlehem wurde für immer heilig, der Geburtsort eines Lebens, das über Jahrtausende hinweg den Glauben entfachen sollte.