Das Attentat auf Martin Luther King Jr.: 1968
1968 · event
Am Abend des 4. April 1968 erlitt die amerikanische Bürgerrechtsbewegung einen unersetzlichen Verlust. Um 18:01 Uhr Central Standard Time wurde Martin Luther King Jr. auf dem Balkon des Lorraine Motel in Memphis, Tennessee, erschossen, wohin er gekommen war, um streikende Müllarbeiter zu unterstützen. Der neununddreißigjährige Geistliche, dessen Stimme zum moralischen Gewissen einer nach Gerechtigkeit ringenden Nation geworden war, brach tödlich getroffen zusammen. Binnen weniger Augenblicke eilten ihm jene zu Hilfe, die ihn liebten, doch die Wunde war schwer und lag jenseits der Reichweite ärztlicher Kunst.
Der Reverend wurde eilends ins St. Joseph's Hospital gebracht, wo Ärzte um sein Leben kämpften. Um 19:05 Uhr, nach einer Stunde verzweifelten Bemühens, wurde Martin Luther King Jr. für tot erklärt. Der Mann, der durch Feuer und Hass gegangen war, der von einer Welt geträumt hatte, neu geschaffen durch Liebe und Gewaltlosigkeit, war durch die grausamste Hand der Gewalt zum Schweigen gebracht worden. Die Nachricht verbreitete sich durch eine Nation, die bereits von Trauer und Zorn zerrissen war, und ließ Millionen mit der schrecklichen Ironie ringen, dass ein Prophet des Friedens der Kugel eines Attentäters erlegen war.
In den folgenden Stunden und Tagen sah sich Amerika mit der Tiefe seiner unbewältigten Auseinandersetzung mit sich selbst konfrontiert. Kings Tod beendete nicht die Bewegung, die er geleitet hatte, doch er markierte einen Wendepunkt, eine Mahnung daran, wie hoch der Preis des Fortschritts gewesen war und wie viel noch ungetan blieb. Sein Fehlen hinterließ einen Schmerz, der andauern sollte, während seine Worte und sein Vorbild die Menschheit weiterhin zu jener geliebten Gemeinschaft riefen, die er sich erträumt hatte.