Der Wall-Street-Crash: Der Schwarze Dienstag

1929 · event

Der Wall-Street-Crash: Der Schwarze Dienstag

Der Herbst des Jahres 1929 begann mit zitternden Händen und dem scharfen Geruch der Angst in den engen Schluchten der Wall Street. Am Dienstag, dem 29. Oktober, ergriff die Panik die New York Stock Exchange mit solcher Heftigkeit, dass die Angestellten die Lawine von Verkaufsaufträgen, die über ihre Schreibtische hereinbrach, kaum noch bewältigen konnten. Sechzehn Millionen Aktien wechselten an diesem einen Tag den Besitzer, ein Rekord, der jede Hoffnung zu zerschmettern schien, die Anleger während der wohlhabenden zwanziger Jahre sorgsam gepflegt hatten. Die Ticker-Maschinen ratterten und liefen heiß, ihre mechanische Hektik konnte mit der Wucht des Rückzugs nicht Schritt halten. Vermögen verflüchtigten sich in Minuten. Witwen verloren ihre Ersparnisse. Männer, die sich für Herren des Universums gehalten hatten, blickten fassungslos auf die Trümmer ihrer Ambitionen.

Der Crash im Oktober breitete sich aus wie Risse in einer weiten Eisdecke und zersprengte die gesamte Struktur des amerikanischen Vertrauens. Banken, jene Säulen der Sicherheit, auf die gewöhnliche Familien ihr Vertrauen gesetzt hatten, begannen zu wanken, als verängstigte Einleger eilten, um zu retten, was von ihren Ersparnissen noch übrig war. Der Kredit verschwand. Der Handel stockte und kam fast zum Stillstand. Der Vertrauensverlust war ebenso verheerend wie jede finanzielle Berechnung, denn als der Glaube an das System selbst zusammenbrach, brach das System mit ihm zusammen.

Was an jenem furchtbaren Dienstag in New York begonnen hatte, sollte sich über ein ganzes Jahrzehnt der Not und des Kampfes erstrecken, das jeden Winkel der Nation und schließlich die ganze Welt berührte. Der Große Crash kündigte sich als grausame Mahnung der Geschichte an, dass das Gebäude des Wohlstands, wie solide es auch erscheinen mag, stets auf den Fundamenten des kollektiven Glaubens ruht. Wenn dieser Glaube bricht, steht nichts unerschüttert. Das Echo jener Ticker-Glocken sollte im amerikanischen Gedächtnis über Generationen hinweg widerhallen, ein eindringliches Zeugnis dafür, wie schnell sich die Gewissheiten einer Epoche in die Verwüstungen einer anderen verwandeln können.

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