Die Landung auf dem Kometen Rosetta: 2014
2014 · event
Am zwölften November 2014 streckte die Menschheit ihre Hand nach uraltem Eis und Gestein aus, das durch die Leere raste. Nach einer Reise von zehn Jahren und acht Monaten trennte sich die Landeeinheit Philae von ihrem Mutterschiff Rosetta und begann ihren Abstieg auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Die Ingenieure, die dieses kleine Robotergefährt über das gesamte Sonnensystem hinweg begleitet hatten, hielten den Atem an, als es sich dem taumelnden Kometenkern näherte, kleiner als eine Stadt und doch beladen mit Geheimnissen aus der Frühzeit unseres Sonnensystems. Dies war kein Ziel, das man wegen seiner Gastfreundschaft ausgewählt hatte, sondern ein eisiger Wanderer, kaum verstanden, der mit Tausenden von Kilometern pro Stunde durch die Dunkelheit zog.
Doch der Abstieg verlief nicht so, wie man es genau berechnet hatte. Als Philae die von Kratern übersäte Oberfläche des Kometen berührte, versagten lautlos die Harpunen, die sie hätten verankern sollen. Das Abstiegstriebwerk, das die Sonde fest gegen die schwache Schwerkraft drücken sollte, zündete nicht. Wie ein Stein, der über einen zugefrorenen Teich hüpft, prallte Philae zweimal über die fremdartige Landschaft, stieg dabei Hunderte von Metern in das Vakuum auf, bevor sie sich erneut niederließ, während ihre Instrumente weiterhin aufzeichneten und mit ihren Sensoren in die Dunkelheit hinausgriffen.
Was zunächst wie ein Rückschlag erschien, wurde jedoch zu einem Triumph. Trotz der ausgefallenen Systeme, trotz einer Landung unter Umständen, die weit von den Plänen der Verantwortlichen abwichen, hatte Philae erreicht, was zuvor keinem Instrument gelungen war: die erste weiche, zerstörungsfreie Landung auf einem Kometen. Lädiert und schief auf ihrem endgültigen Landeplatz begann die Sonde ihre stille Arbeit, sendete Daten über das urzeitliche Material unter ihr und vollendete damit das kühne Vorhaben der Menschheit, nach diesen Boten aus der Kindheit des Sonnensystems zu greifen.