Die Tragödie von München: 1972
1972 · event
Der Morgen des 5. September 1972 zerschlug das olympische Ideal von Frieden und Brüderlichkeit. Acht Mitglieder von Schwarzer September, einer palästinensischen militanten Organisation, drangen mit verheerender Absicht in das Olympische Dorf in München ein. Sie verschafften sich gewaltsam Zutritt zur Unterkunft der israelischen Mannschaft, wo sie sofort zwei Mitglieder töteten, den Trainer Weinberg und den Gewichtheber Romano. Neun weitere israelische Athleten wurden als Geiseln genommen, ihr Schicksal hing nun in der Schwebe, während die Welt entsetzt zusah. Die Spiele, die menschliche Leistung feiern sollten, waren zur Bühne der Gewalt geworden.
In den langen Stunden, die folgten, scheiterten Verhandlungen und die Spannung stieg ins Unermessliche. Die Militanten forderten die Freilassung palästinensischer Gefangener in israelischen Gefängnissen, eine Forderung, die von den Regierungen abgelehnt wurde. Als der Abend hereinbrach, erreichte die Krise ihren schrecklichen Höhepunkt auf dem Flugfeld von Fürstenfeldbruck, wo ein Befreiungsversuch in Chaos und Schüssen endete. Die Geiseln, gefesselt und hilflos, wurden in jenen letzten, katastrophalen Momenten von ihren Entführern ermordet. Elf Mitglieder der israelischen Mannschaft, darunter Trainer und Athleten in der Blüte ihres Lebens, sollten München nie lebend verlassen.
Das Massaker von München erschütterte etwas Grundlegendes in der olympischen Bewegung und im Gewissen der Welt. Die Spiele wurden nach kurzer Unterbrechung fortgesetzt, eine Entscheidung, die viele beunruhigte, denen die Tragödie tiefere Besinnung wert schien. Die Toten wurden nicht nur als Athleten betrauert, sondern als Sinnbilder verlorener Unschuld angesichts politischer Gewalt. Ihre Namen sollten im Gedächtnis fortbestehen, eine ernüchternde Mahnung, dass selbst die glanzvollsten Versammlungen menschlichen Sports nicht vor der Finsternis von Hass und Extremismus geschützt sind.