Die Gründung des Staates Israel: 1948

1948 · event

Die Gründung des Staates Israel: 1948

Am Nachmittag des 14. Mai 1948, als das britische Mandat über Palästina seinen letzten Stunden entgegenging, stand David Ben-Gurion vor den versammelten Mitgliedern des Va'ad Leumi im Museum von Tel Aviv. Das Gewicht von Jahrhunderten lastete auf diesem Augenblick, das Streben von Generationen nach Zuflucht und Souveränität verdichtete sich in einer einzigen Erklärung. Im Raum versammelten sich in diesem bescheidenen Gebäude jüdische Führer, wohl wissend, dass ihre Proklamation binnen weniger Augenblicke die Landkarte des Nahen Ostens neu gestalten und den Lauf der modernen Geschichte verändern würde. Draußen bebten die Straßen von Tel Aviv gleichermaßen von Erwartung und Sorge.

Ben-Gurions Stimme trug den Text der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel durch den Saal, ein Dokument, das das Recht des jüdischen Volkes auf Selbstbestimmung in seiner uralten Heimat bekräftigte und sich sowohl auf die historische Verbundenheit als auch auf das Versprechen demokratischer Regierungsführung berief. Die Erklärung bekräftigte die Bande der jüdischen Volkszugehörigkeit und versprach zugleich allen Bewohnern Gleichheit und Rechte. Es war ein Akt sowohl der Kontinuität als auch des Bruchs, gegründet auf den Schrecken des Holocaust und der Überzeugung, dass das Überleben der Juden einen souveränen Staat erforderte.

Mit der Unterzeichnung der Proklamation wurde der Staat Israel geboren. Doch die Freude wurde gedämpft durch das Wissen um das, was unmittelbar bevorstand. Innerhalb weniger Stunden sollten Armeen der benachbarten arabischen Staaten mit ihrer Invasion beginnen, und die neue Nation sollte sich schon mit ihrem ersten Atemzug als souveräne Einheit im Kampf um ihr Überleben wiederfinden. Der Gründungsmoment, der ein Triumph hätte sein sollen, trug bereits die Saat jahrzehntelanger Konflikte in sich, ein Paradoxon, das Israels Existenz von diesem allerersten Tag an bestimmen sollte.

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