Die Eröffnung des Kolosseums: Rom

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Die Eröffnung des Kolosseums: Rom

An einem strahlenden Tag im Jahr achtzig erlebte Rom die Einweihung eines Bauwerks, das beinahe zwei Jahrtausende überdauern sollte, das große Amphitheater, das sich im Herzen der Stadt wie ein Triumph aus Stein und Willenskraft erhob. Kaiser Titus, kaum auf dem Thron gefestigt, leitete Zeremonien, die die weitläufige Arena in eine Bühne für Schauspiele ohnegleichen verwandelten. Das Bauwerk, das sein Vater Vespasian acht Jahre zuvor begonnen hatte, stand nun vollendet da, ein elliptisches Wunderwerk, das in seinen hoch aufragenden Mauern vier Stockwerke aus Bögen und Säulen vereinte. Achtzigtausend Stimmen erfüllten diesen gewaltigen Raum, und die Luft selbst schien vom Gewicht römischer Macht und Erfindungsgabe zu vibrieren.

Die Eröffnungsspiele erstreckten sich über hundert Tage, eine Verschwendung, die die erste Saison des Amphitheaters in Blut und Prunk tauchte. Gladiatoren kämpften auf dem sandigen Boden, exotische Bestien, Löwen, Nashörner und Kreaturen, die kaum ein Römer je lebend gesehen hatte, fanden zur Freude der Menge den Tod. Wasser wurde kunstvoll in die Arena geleitet, sodass sie sich in ein kleines Meer für nachgestellte Seeschlachten verwandelte. Das Kolosseum war zum Schmelztiegel römischer Schaustellung geworden, einem gewaltigen Motor der Unterhaltung, der den Hunger der Stadt nach Wunder und Gewalt zugleich stillte.

Was Titus nicht ahnen konnte, war die Beständigkeit seines Vermächtnisses. Das Amphitheater, das die flavischen Kaiser Rom geschenkt hatten, sollte Imperien überdauern, Erdbeben und Plünderungen überstehen und noch in Zeiten stehen bleiben, in denen Rom selbst nur noch Schatten und Legende war. Das Kolosseum sollte zum eigentlichen Sinnbild römischen Genies werden, ein steinerner Zeuge der Größe und der Widersprüche eines Zeitalters, das sich für ewig hielt.

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