Die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung: 1776

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Die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung: 1776

In der drückenden Hitze eines Philadelphia-Sommers versammelten sich sechsundfünfzig Delegierte im Pennsylvania State House, um zu bekräftigen, was viele seit Monaten im Verborgenen geflüstert hatten: dass die dreizehn Kolonien ihre Bande zu Großbritannien durchtrennen müssten. Am 4. Juli 1776 stimmten diese Männer, Kaufleute, Bauern, Juristen und Ärzte, einstimmig für die Annahme einer Erklärung, die die Welt verändern sollte. Das Dokument, größtenteils von Thomas Jefferson verfasst, formulierte nicht nur einen politischen Bruch, sondern ein philosophisches Erwachen: dass Regierungen ihre rechtmäßige Macht aus der Zustimmung der Regierten ableiten und dass bestimmte unveräußerliche Rechte der gesamten Menschheit zustehen. In jenem Saal, in dem die schwüle Luft schwer von Konsequenzen lag, begingen sie Verrat an ihrem Souverän, wohl wissend, dass ihr Scheitern den Galgen bedeutet hätte.

Die Erklärung zählte die Beschwerden mit methodischer Genauigkeit auf: die Auflösung von Volksvertretungen, die Einquartierung von Truppen, die Behinderung der Justiz, und zeichnete das Bild einer Monarchie, die zur Tyrannei geworden war. Doch es war die Präambel, die durch die Jahrhunderte widerhallen sollte: „Wir erachten diese Wahrheiten als selbstverständlich.“ Diese Worte gingen über den unmittelbaren Kampf hinaus; sie boten eine Vision menschlicher Gleichheit und Würde, die im Widerspruch zu jenen Kolonien stand, die sie verkündeten, während die Sklaverei weiterhin Millionen in Ketten hielt.

Zwei Tage später, am 19. Juli, ordnete der Kongress an, die Erklärung auf Pergament auszufertigen, in einer förmlichen Schrift als offizielles Dokument niederzuschreiben. Die Gründerväter setzten ihre Unterschriften, wohl wissend, dass diese Tat sie von Untertanen zu Rebellen machte. Sie hatten alles gewagt, Vermögen, Familien, Leben, auf die Überzeugung, dass Menschen sich selbst regieren können. Ob sie es wussten oder nicht, sie hatten nicht nur Amerikas Geburtsurkunde geschrieben, sondern der Menschheit gemeinsames Streben nach Freiheit.

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