Knut
2006 to 2011 · Germany
“Er lehrte die Welt, das zu lieben, wovor sie sich fürchtete.”
Knut kam im Dezember 2006 in den Zoologischen Garten Berlin, ein winziges Eisbärjunges, das von seiner Mutter im Schnee verstoßen worden war. Zoowärter fütterten ihn rund um die Uhr mit der Flasche, und innerhalb weniger Wochen wurde aus diesem hilflosen Geschöpf eine globale Sensation. Millionen Menschen verfolgten sein Heranwachsen durch Fotografien und Besuche und sahen in seinem Überleben ein Symbol der Hoffnung und Widerstandskraft gegen scheinbar unüberwindliche Widrigkeiten. Fünf Jahre lang verkörperte er für Menschen überall auf der Welt das Wunder der Natur.
Die Bindung zwischen Knut und seinem hauptverantwortlichen Pfleger, Thomas Dörflein, ging weit über das übliche Verhältnis zwischen Pfleger und Tier hinaus. Thomas verbrachte unzählige Stunden mit dem heranwachsenden Jungtier, und Knut erwiderte dies mit unverkennbarer Zuneigung und Vertrauen. Ihre Verbundenheit berührte die Besucher zutiefst und zeigte, wie tiefes gegenseitiges Verständnis die Distanz zwischen Mensch und Wildtier überbrücken kann. Als Thomas 2008 unerwartet starb, rührte Knuts sichtbare Trauer alle, die die beiden gemeinsam erlebt hatten.
Knuts Vermächtnis reicht weit über Berlin hinaus. Seine Geschichte gab weltweit Anstoß zu Gesprächen über Naturschutz und Klimawandel, insbesondere über die Bedrohungen arktischer Ökosysteme. Dokumentarfilme und Fotografien bewahrten sein Bild für kommende Generationen. Heute steht sein präparierter Körper im Berliner Museum für Naturkunde, wo Besucher ihm noch immer ihre Aufwartung machen. Sein Leben erinnerte uns daran, dass einzelne Tiere, wenn sie geliebt und wahrgenommen werden, unser Mitgefühl für alle Lebewesen wecken können.