Cher Ami
1918 to 1919 · United States
“Eine Taube der Tapferkeit, deren Botschaft durch die Ewigkeit hallte.”
Cher Ami war eine blaugetigerte Brieftaubenhenne, unscheinbar im Äußeren, aber außergewöhnlich in ihrer Bestimmung. Ausgebildet vom Signal Corps der US-Armee, wurde diese Taube im Oktober 1918 der 77. Infanteriedivision während der Maas-Argonnen-Offensive zugeteilt. Als die Division abgeschnitten und eingekesselt wurde und eigenes Artilleriefeuer auf ihre Stellung niederging, war Cher Ami ihre letzte Hoffnung. Mit der Nachricht, die den Beschuss stoppen sollte, flog dieser kleine Vogel durch einen Hagel aus Kugeln und Granatsplittern über zwei Meilen verwüsteten Geländes.
Als Cher Ami blutend und beinahe tödlich verwundet mit dieser lebenswichtigen Nachricht im Hauptquartier eintraf, weinten die Soldaten. Die Taube war angeschossen worden, ein Auge zerstört und ein Bein fast abgetrennt, doch sie hielt die Nachrichtenkapsel noch immer in dem, was von ihrem Bein übrig geblieben war. Ihre Ankunft bewahrte nahezu zweihundert Soldaten vor dem Tod, und ihr Opfer wurde unter den Männern, die ihren verzweifelten Flug miterlebt hatten, zur Legende. Der Vogel hatte alles für Fremde gegeben, die er niemals kennen würde.
Cher Amis Körper wurde sorgfältig präpariert und an die Smithsonian Institution übergeben, wo sie als Zeugnis ihrer Tapferkeit ruht. Militärische Zeremonien haben ihr Andenken geehrt, und ihre Geschichte findet sich in unzähligen Schilderungen des Krieges. Eine kleine Bronzestatue mit ihrem Abbild steht als Erinnerung daran, dass Heldenmut keine Art kennt und dass manchmal die kleinsten Leben die größte Liebe bergen.