Virginia Woolf
1882 – 1941
Bekannt für: Wegbereiterin der modernen Literatur
“Sie schrieb das Bewusstsein selbst in strahlende Prosa um”
Biografie
Adeline Virginia Stephen kam 1882 in einem Haushalt zur Welt, der bereits ganz von Literatur und Ideen durchdrungen war. Ihr Vater, Leslie Stephen, war Philosoph und Literat, ihre Mutter, Julia Duckworth, eine Frau von Anmut und Urteilsvermögen. Obwohl ihr eine formale Bildung verwehrt blieb, ein Umstand, der sie ihr Leben lang beschäftigte, wurde ihr Elternhaus zu ihrer Universität und dessen Bibliothek zu ihrem Klassenzimmer. Mit forschendem Geist bewegte sie sich durch die intellektuellen Kreise Londons und nahm die Strömungen neuen Denkens in sich auf. Mit zwanzig Jahren begann sie zu schreiben, und mit vierzig hatte sie die Literatur selbst verwandelt, indem sie den Bewusstseinsstrom als literarisches Verfahren begründete, das ihrer Prosa erlaubte, den tatsächlichen Fluss menschlichen Denkens widerzuspiegeln, gelöst von den starren Konventionen der Erzählkunst, die die Fiktion jahrhundertelang bestimmt hatten.
Ihre Romane, darunter *Mrs. Dalloway*, *Die Fahrt zum Leuchtturm* und *Orlando*, gingen über die bloße Handlung hinaus in die leuchtenden Tiefen des Bewusstseins und fingen die Beschaffenheit eines einzigen Tages oder die unermesslichen Entfernungen zwischen zwei Herzen ein. Sie lebte intensiv, liebte leidenschaftlich und litt tief, wobei sie ihr ganzes Leben lang mit Phasen der Dunkelheit rang, die ihren glänzenden Geist überschatteten. Im Jahr 1941 ging sie in den Fluss Ouse nahe ihrem Zuhause in Sussex und hinterließ ein Werk, das für immer verändert hat, was Literatur sein kann. Sie bleibt eine überragende Gestalt der Moderne, eine Schriftstellerin, die uns lehrte, dass die Wahrheit nicht in dem liegt, was geschieht, sondern darin, wie wir es wahrnehmen und empfinden.