Sidney Poitier
1927 – 2022
Bekannt für: Erster Schwarzer, der den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann
“Er öffnete Türen für ganze Generationen durch Würde und Talent”
Biografie
Sidney Poitier trug jene stille Würde in sich, die einem Mann eigen ist, der Türen öffnete, nicht nur für sich selbst, sondern für ganze Generationen nach ihm. Geboren in Miami als Sohn bahamaischer Eltern, wuchs er zwischen zwei Welten auf, zwischen Insel und Festland, zwischen Armut und Möglichkeit, ehe er in den Theatern New Yorks seine Stimme als Schauspieler fand. Sein Weg zur Leinwand war weder rasch noch selbstverständlich, doch als er ihn schließlich beschritt, tat er dies mit einer Präsenz, die niemand übersehen konnte: kluge Augen, ein maßvoller Sprachrhythmus, ein moralisches Gewicht, das dem Kino selbst die Frage aufzwang, wer als heldenhaft, einfühlsam und ganz und gar menschlich gelten durfte. Als er 1964 als erster Schwarzer den Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in *Lilien auf dem Felde* gewann, gewann er nicht einfach eine Trophäe, er durchbrach eine Schranke und ließ sie zerbrochen zurück.
Jenseits der glanzvollen Auszeichnungen, die folgten, Golden Globes, ein BAFTA, ein Grammy, die Anerkennung des American Film Institute, entschied sich Poitier, seine außergewöhnlichen Gaben auf das Kino selbst zu richten, wurde ein bedeutender Regisseur und ein Diplomat, der sein Land und seine Grundsätze auf der Weltbühne vertrat. Er verstand, dass Ruhm eine Plattform war, und er nutzte sie mit bewusster Anmut. Seine Arbeit in Filmen wie *Rat mal, wer zum Essen kommt* und *In der Hitze der Nacht* wurde zu kulturellen Meilensteinen, zu Gesprächen, die im Kino Gestalt annahmen. Als letzter lebender Zeuge des goldenen Zeitalters Hollywoods reicht Poitiers Vermächtnis weit über die Rollen hinaus, die er spielte; es lebt in der bloßen Möglichkeit fort, wer ein Star sein darf, wer die Geschichte erzählen darf und was es bedeutet, seine Würde durch die Geschichte zu tragen.