Michelangelo

1475 – 1564

Michelangelo

Bekannt für: Bildhauer des David, Maler der Sixtinischen Kapelle

“Seine Hände meißelten Unsterblichkeit aus Marmor und malten das Göttliche”

Biografie

Michelangelo Buonarroti kam 1475 als Sohn eines florentinischen Beamten zur Welt, hineingeboren in eine Republik, die bereits im Glanz künstlerischen Genies erstrahlte. Während seiner Lehrzeit in Florenz nahm er die Disziplin seines Handwerks ebenso in sich auf wie den demokratischen Geist seiner Heimatstadt, doch sein rastloser Ehrgeiz sollte ihn bald zu den größeren Bühnen Roms führen. Mit sechsundzwanzig Jahren, nachdem er bereits den David geschaffen hatte, jene erhabene Verkörperung menschlichen Potentials, in Marmor gebannt, besaß er eine Vision, die weit über technische Meisterschaft hinausging. Er sah die Form, gefangen im Stein, und seine Hände wussten, wie man sie befreite. Sein Meißel wurde zum Werkzeug der Philosophie, das Muskulatur und Emotion mit solcher anatomischen Präzision und psychologischer Tiefe offenbarte, dass sein Werk weniger geschaffen als entdeckt schien, als hätte er nur das Überflüssige entfernt, um das freizulegen, was von jeher darin geruht hatte.

Jahrzehntelang wirkte Michelangelo im Dienst Roms und entfaltete sein Genie in Bildhauerei, Malerei und Architektur mit einer Intensität, die seine Jahre verzehrte. Die Deckenmalerei der Sixtinischen Kapelle, entstanden zwischen 1508 und 1512, gilt als seine vielleicht erhabenste Leistung, eine gewaltige theologische Vision, in der Adam und Gott sich über jenen unüberbrückbaren Abgrund der Schöpfung hinweg einander entgegenstrecken. Doch dieser Titan, von Päpsten und Fürsten gefeiert und umworben, blieb ein Mann von asketischer Lebensweise und ruheloser Unzufriedenheit, getrieben von einem unstillbaren Verlangen, seine Kunst zu vervollkommnen. Er starb 1564 in Rom, nachdem er die Sprache selbst neu geformt hatte, mit der die westliche Zivilisation Schönheit, Macht und die Würde der menschlichen Gestalt verstand.

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