Marlene Dietrich

1901 – 1992 · Germany

Marlene Dietrich

Bekannt für: Star des Blauen Engels, die statt Hitler den Alliierten sang

“Hier steh ich an den Marken meiner Tage.”

Biografie

Marlene Dietrich kam 1901 als Marie Magdalene Dietrich im Berliner Bezirk Schöneberg zur Welt, als Tochter eines Polizeileutnants, der im Ersten Weltkrieg starb, und einer Mutter aus einer angesehenen Berliner Familie von Juwelieren und Uhrmachern. Mit etwa elf Jahren zog sie ihre beiden Vornamen zu einem zusammen und wurde Marlene. Sie lernte ernsthaft Geige und wollte Konzertgeigerin werden, bis eine Handgelenksverletzung diesen Weg versperrte; ihr erstes bezahltes Engagement war 1922 im Orchestergraben eines Berliner Kinos, nach vier Wochen wurde sie entlassen. Sie wandte sich der Bühne zu, als Revuegirl und in kleinen Rollen an den Theatern Max Reinhardts, ab 1923 auch kleinen Filmrollen. Am Ende des Jahrzehnts gehörte sie zu den vielbeschäftigten jungen Darstellerinnen Berlins, ein Star war sie noch nicht.

Das änderte sich 1930 mit dem Blauen Engel, den Josef von Sternberg in Babelsberg drehte und in dem sie die Kabarettsängerin Lola Lola spielte und jenes Lied vorstellte, das sie sechzig Jahre lang begleitete. Paramount holte sie sofort nach Hollywood, und zwischen 1930 und 1935 entstanden sechs weitere Filme mit von Sternberg, darunter Marokko, das ihr die einzige Oscar-Nominierung einbrachte und jene Szene, in der sie im Frack auftritt und eine Frau im Publikum küsst, außerdem Shanghai-Express und Die scharlachrote Kaiserin. Als die nationalsozialistische Regierung sie drängte, als erste Dame des deutschen Films zurückzukehren, lehnte sie ab und nahm 1939 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Den ganzen Zweiten Weltkrieg hindurch sang sie für alliierte Soldaten in Frontnähe, gab deutschen und französischen Emigranten Obdach und Geld und setzte sich für deren Einbürgerung ein; dafür ehrten sie die Vereinigten Staaten, Frankreich, Belgien und Israel.

Nach dem Krieg arbeitete Dietrich mit Billy Wilder, Alfred Hitchcock, Orson Welles und Stanley Kramer, in Eine auswärtige Affäre, Die rote Lola, Zeugin der Anklage, Im Zeichen des Bösen und Das Urteil von Nürnberg, doch von den fünfziger Jahren an war ihre eigentliche Bühne der Konzertsaal, und zwei Jahrzehnte lang tourte sie allein vor einem Vorhang durch die Welt. Ein Sturz auf der Bühne beendete 1975 das Tournéeleben, und ihre letzten Jahre verbrachte sie zurückgezogen in ihrer Pariser Wohnung, wo sie kaum jemanden empfing und ihre Freundschaften am Telefon pflegte. Dort starb sie am 6. Mai 1992 im Alter von neunzig Jahren und wurde in Berlin bestattet, in der Stadt, die sie verlassen hatte und in der man ihr die Weigerung lange nachtrug. 1999 setzte das American Film Institute sie auf Platz neun der weiblichen Leinwandlegenden des klassischen Hollywood.

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