Lata Mangeshkar
1929 – 2022 · India

Bekannt für: Indische Playbackstimme, die das Hindi-Kino acht Jahrzehnte lang trug
“Acht Jahrzehnte lang war ihre Stimme der Klang des singenden Indien.”
Biografie
Lata Mangeshkar kam 1929 in Indore zur Welt, als ältestes Kind von Deenanath Mangeshkar, einem klassischen Sänger und Schauspieler der marathischen und konkanischen Bühne. Bei der Geburt erhielt sie den Namen Hema, später benannten ihre Eltern sie nach Latika, einer Figur aus einem Stück ihres Vaters. Von ihm bekam sie den ersten Musikunterricht, und mit fünf Jahren stand sie bereits in seinen Musikdramen auf der Bühne. Als er 1942 starb, war sie dreizehn, und der Familie fehlte das Einkommen, das sie als Älteste nun ersetzen musste. Ein Freund des Hauses, der als Master Vinayak bekannte Filmproduzent, holte sie in die Studios, und als dessen Gesellschaft 1945 nach Bombay übersiedelte, ging sie mit; dort setzte sie bei Ustad Aman Ali Khan ihre Ausbildung in hindustanischer klassischer Musik fort und übernahm kleine Schauspielrollen, die sie nie mochte.
Ihre Stimme galt zunächst als zu dünn für den Film. Der Komponist Ghulam Haider sah das anders, und das Lied, das er ihr 1948 in Majboor gab, beendete die Debatte. In den folgenden Jahrzehnten sang Mangeshkar in mehr als sechsunddreißig indischen Sprachen ein, vor allem auf Hindustani, Bengalisch und Marathi, und wurde zu der Stimme, die das Publikum erwartete, sobald eine Schauspielerin auf der Leinwand zu singen begann. Sie arbeitete mit strenger Disziplin: Sie nahm barfuß auf, weil ihr das Studio als Tempel galt, und hörte ihre Lieder nach der Veröffentlichung nie wieder an, da sie darin nur eigene Fehler gehört hätte. Nach vier Filmfare Awards als beste Playbacksängerin bat sie darum, in dieser Kategorie nicht mehr berücksichtigt zu werden, damit jüngere Stimmen zum Zug kämen. 1974 trat sie als erste indische Playbacksängerin in der Royal Albert Hall in London auf.
Ehrungen begleiteten sie bis zuletzt: 1989 der Dadasaheb Phalke Award, 2001 der Bharat Ratna, mit dem sie als erst zweite Sängerin Indiens höchste zivile Auszeichnung erhielt, und 2009 der Rang einer Offizierin der französischen Ehrenlegion. Das Guinness Buch der Rekorde führte sie jahrelang als die Künstlerin mit den meisten Aufnahmen der Geschichte, ein Platz, den später ihre Schwester Asha Bhosle einnahm. Noch mit über achtzig Jahren stand sie im Studio, sodass ihr Werk acht Jahrzehnte indischer Filmmusik umspannt. Am 6. Februar 2022 starb Mangeshkar mit zweiundneunzig Jahren in Mumbai, nach mehreren Wochen im Krankenhaus; das Land ordnete Staatstrauer an und richtete ihr ein Staatsbegräbnis aus. Geblieben ist kein Denkmal, sondern eine Gewohnheit des Hörens, im Gedächtnis von Hunderten Millionen Menschen, die ihr nie begegnet sind.