Junko Tabei

1939 – 2016 · Japan

Junko Tabei

Bekannt für: Erste Frau auf dem Everest und auf dem höchsten Berg jedes Kontinents

“Erste Frau auf dem Gipfel des Everest, die lieber der sechsunddreißigste Mensch dort oben gewesen wäre.”

Biografie

Junko Tabei kam am 22. September 1939 als Junko Ishibashi in Miharu in der Präfektur Fukushima zur Welt, als fünftes von sieben Kindern eines Druckers. Sie galt als schwächliches Kind, doch mit zehn Jahren führte ein Schulausflug sie auf den Nasu, und dort fand sie, was sie ein Leben lang festhielt: einen Sport ohne Gegner und ohne Wertung, nur der Berg und der Blick vom Gipfel. Für ein so teures Hobby fehlte zu Hause das Geld, und in ihren Schuljahren stieg sie selten. Nach dem Studium der englischen und amerikanischen Literatur an der Showa-Frauenuniversität von 1958 bis 1962 schloss sie sich den Tokioter Bergsteigerklubs an, die ausschließlich aus Männern bestanden. Manche nahmen sie an, andere fragten offen, was eine Frau am Seil zu suchen habe. Binnen weniger Jahre hatte sie alle großen Gipfel Japans bestiegen und Masanobu Tabei geheiratet, einen Bergsteiger, den sie am Tanigawa kennengelernt hatte.

1969 gründete Tabei den Joshi-Tohan-Club, den ersten Bergsteigerklub Japans für Frauen, dessen Motto lautete, Frauen sollten allein auf Auslandsexpedition gehen. Im Mai 1970 erreichte die erste Expedition des Klubs über eine neue Route den Gipfel der nepalesischen Annapurna III, die erste Besteigung dieses Berges durch Frauen und durch eine japanische Seilschaft. Danach wandte sich der Klub dem Everest zu. Tabei warb Geld für die Japanische Frauen-Everest-Expedition ein und bekam zu hören, die Teilnehmerinnen sollten lieber Kinder großziehen; ihren eigenen Anteil verdiente sie mit Klavierunterricht, ihre Steighose nähte sie aus alten Vorhängen. Am 4. Mai 1975 verschüttete eine Lawine das Lager auf 6.300 Metern, und die Sherpas gruben sie bewusstlos aus. Zwölf Tage später, am 16. Mai, stand sie an der Seite des Führers Ang Tsering als erste Frau auf dem Gipfel des Everest.

Die Aufmerksamkeit, die folgte, war ihr unangenehm, und sie sagte, sie wolle lieber als sechsunddreißigster Mensch auf dem Gipfel in Erinnerung bleiben denn als erste Frau. 1992 war sie die erste Frau, die den höchsten Berg jedes Kontinents bestiegen hatte. Sie schrieb sieben Bücher und organisierte Aktionen, um den Müll fortzuschaffen, den Expeditionen am Everest zurückgelassen hatten. Nach dem großen Erdbeben in Ostjapan im Jahr 2011 führte sie jedes Jahr Besteigungen des Fuji für junge Menschen aus der betroffenen Region an und gab sie auch dann nicht auf, als sie an Krebs erkrankte. Junko Tabei starb am 20. Oktober 2016 im Alter von siebenundsiebzig Jahren. Ein Asteroid, 6897 Tabei, trägt ihren Namen, und 2019 erhielt ein Gebirge auf Pluto den Namen Tabei Montes.

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