Janez Vajkard Valvasor
1641 – 1693 · Slovenia

Bekannt für: Krainer Universalgelehrter, Verfasser der Ehre des Herzogtums Krain
“Er gab sein Vermögen für ein Buch, und das Buch gab seiner Heimat ihr Gedächtnis.”
Biografie
Johann Weikhard von Valvasor wurde am 28. Mai 1641 im Dom zu Laibach getauft, als zwölftes Kind einer Adelsfamilie, die ein Jahrhundert zuvor aus Bergamo nach Krain gekommen war. Der Vater starb, als der Junge zehn Jahre alt war, die Mutter, als er sechzehn war. Nach dem Abschluss der Jesuitenschule in Laibach im Jahr 1659 schrieb er sich an keiner Universität ein, sondern brach zu einer Reise auf, die rund vierzehn Jahre dauerte und ihn durch Europa und bis nach Nordafrika führte, zu Gelehrten, Sammlungen und Instrumenten; eine Zeit lang diente er im kaiserlichen Heer im Krieg gegen die Osmanen an der kroatischen Militärgrenze. Er kehrte mit einer Bildung zurück, die ihm keine Fakultät hätte geben können. 1672 heiratete er und erwarb bald darauf Schloss Wagensberg bei Littai, wo er eine Werkstatt zum Schreiben, Zeichnen, Stechen und Drucken einrichtete.
Von Wagensberg aus machte er sich daran, seine Heimat zu beschreiben, wie es vor ihm niemand getan hatte. Er maß, zeichnete und befragte die Leute, schickte Zeichner ins Land und beschäftigte Kupferstecher im eigenen Haus; es entstanden Topographien von Krain und Kärnten, eine Karte von Krain, dem Karst, Istrien und der Windischen Mark sowie ein Kupferstichwerk über den Tod. Als Erster behandelte er die Karstlandschaft als wissenschaftliches Problem, und seine Abhandlung über die Hydrologie des Zirknitzer Sees, der sich von selbst füllt und wieder leert, kam auf Anregung Edmond Halleys vor die Royal Society, die ihn 1687 zum Mitglied wählte. Sein Hauptwerk, Die Ehre des Herzogtums Krain, erschien 1689 in fünfzehn Büchern und vier Bänden, auf 3.532 Seiten mit 528 Abbildungen, und schildert das Land, seine Flüsse und Höhlen, seine Burgen, Städte, Handwerke, Bräuche und Geschichte. Es enthält auch den ersten schriftlichen Bericht über einen Vampir, den Istrier Jure Grando.
Die Bücher ruinierten ihn. Stich und Druck bezahlte er selbst, und die Kosten überstiegen sein Vermögen: 1690 kaufte der Bischof von Agram seine Bibliothek samt rund siebentausenddreihundert Graphiken, und bis 1692 musste er auch Wagensberg aufgeben. Diese Sammlung ist erhalten und liegt heute im Kroatischen Staatsarchiv. Seine erste Frau starb 1687 im Kindbett, mehrere seiner Kinder überlebten die ersten Jahre nicht. Valvasor starb im Herbst 1693 in Gurkfeld, zweiundfünfzig Jahre alt und nahezu verarmt. Man nahm an, er sei in der Familiengruft von Schloss Gallenegg bestattet worden, doch das Schloss wurde 1944 gesprengt, und vom Grab blieb keine Spur. Geblieben ist seine Beschreibung Krains, die wichtigste Quelle zur älteren slowenischen Geschichte und das Fundament, auf dem spätere Historiker aufbauten.