Gerd Müller

1945 – 2021 · Germany

Gerd Müller

Bekannt für: Der Bomber: 365 Bundesligatore und das Siegtor im WM-Finale 1974

“Aus halben Chancen machte er Geschichte, und ein Land zählt seine Tore bis heute.”

Biografie

Gerd Müller kam am 3. November 1945 in Nördlingen in Bayern zur Welt, in einer Arbeiterfamilie in einer Kleinstadt in den Trümmerjahren nach dem Krieg. 1958 trat er der Jugend seines Heimatvereins TSV 1861 Nördlingen bei, 1963 rückte er in die erste Mannschaft auf und erzielte in seiner ersten Saison in der Bayernliga 51 Tore in 31 Spielen. Diese Zahl lockte die Späher, und noch im selben Jahr wechselte der Achtzehnjährige zum FC Bayern München, der damals eine Klasse unter der Bundesliga spielte und wo Franz Beckenbauer und Sepp Maier auf ihn warteten. Er war klein, gedrungen und äußerlich unscheinbar; weder Statur noch Spielweise glichen denen eines klassischen Mittelstürmers. Was er besaß, waren Gleichgewicht, ein tiefer Schwerpunkt und ein Gespür dafür, wohin ein abprallender Ball fallen würde.

Müller erzielte 365 Tore in 427 Bundesligaspielen, ein Ligarekord, der seit dem Ende seiner Laufbahn Bestand hat; siebenmal war er Torschützenkönig in Deutschland, zweimal in Europa. Mit dem FC Bayern gewann er vier deutsche Meisterschaften, vier Pokalsiege, drei Europapokale der Landesmeister in Folge, den Europapokal der Pokalsieger und den Weltpokal. In der Saison 1971/72 traf er 40 Mal in der Liga, in der Saison 1972/73 erzielte er 67 Tore in allen Vereinswettbewerben. Für die Bundesrepublik schoss er 68 Tore in 62 Spielen und erreichte die Marke von fünfzig Treffern schon im 41. Länderspiel. Bei der Weltmeisterschaft 1970 war er mit zehn Toren bester Schütze und wurde in derselben Saison zu Europas Fußballer des Jahres gewählt; 1972 wurde er Europameister und traf im Endspiel zweimal; 1974 schoss er im Münchner WM-Finale gegen die Niederlande das Siegtor und verließ danach, mit achtundzwanzig Jahren, die Nationalmannschaft.

Für den FC Bayern spielte er bis 1979 und verbrachte danach drei Spielzeiten bei den Fort Lauderdale Strikers in der nordamerikanischen NASL, wo er 38 Tore erzielte und 1980 das Ligafinale erreichte. Das Karriereende 1981 verlief schwer: Er verlor den Halt und geriet in eine Alkoholabhängigkeit, bis frühere Weggefährten beim FC Bayern ihn zu einer Behandlung bewegten und ihm anschließend eine Stelle als Trainer der zweiten Mannschaft gaben, die er von 1992 bis 2014 innehatte, als die Gesundheit ihn zum Aufhören zwang. Sein WM-Rekord von 14 Toren hielt 32 Jahre. 2008 wurde der Sportpark in Nördlingen, in dem er begonnen hatte, in Gerd-Müller-Stadion umbenannt. 2015 wurde bekannt gegeben, dass er an Alzheimer erkrankt war; am 15. August 2021 starb er in einem Pflegeheim in Wolfratshausen im Alter von 75 Jahren.

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