Edward Jenner
1749 – 1823 · United Kingdom

Bekannt für: Schöpfer des Pockenimpfstoffs, des ersten Impfstoffs der Welt, und Begründer der Immunologie
“Ein Landarzt, der die Welt lehrte, Krankheit zu verhüten statt sie nur zu erdulden.”
Biografie
Edward Jenner wurde am 17. Mai 1749 in Berkeley in Gloucestershire geboren, als achtes von neun Kindern des Ortspfarrers Stephen Jenner. Zur Schule ging er in Wotton-under-Edge und Cirencester, und noch als Junge wurde er einer Variolation gegen die Pocken unterzogen, einem rohen und gefährlichen Verfahren, das seine Gesundheit dauerhaft beeinträchtigte. Mit dreizehn Jahren trat er eine siebenjährige Lehre bei Daniel Ludlow an, einem Chirurgen in Chipping Sodbury, und 1770 ging er an das St George's Hospital in London, um bei John Hunter Chirurgie und Anatomie zu studieren. Hunter blieb ihm lebenslang als Briefpartner verbunden und schlug ihn später für die Royal Society vor. 1773 war er als Hausarzt und Chirurg in seine heimatliche Landschaft nach Berkeley zurückgekehrt; den medizinischen Doktorgrad erwarb er 1792 an der University of St Andrews, nach zwei Jahrzehnten in der Praxis.
Die Landpraxis lieferte Jenner jene Beobachtung, auf der sein Ruhm beruht: Wer sich beim Rind mit Kuhpocken angesteckt hatte, schien von den Pocken verschont zu bleiben, einer Krankheit, die damals etwa ein Zehntel der Bevölkerung tötete, in dicht bewohnten Städten noch mehr. 1796 impfte er einem Jungen aus der Umgebung Material aus einer Kuhpockenpustel ein und setzte ihn anschließend ohne Wirkung den Pocken aus; 1798 veröffentlichte er seine Inquiry, in der er die schützende Kraft dessen beschrieb, was er Variolae vaccinae, die Kuhpocken, nannte, und gab damit der Medizin die Begriffe Vakzine und Vakzination. Er prüfte das Verfahren an seinem eigenen kleinen Sohn und schickte Lymphproben unentgeltlich an Ärzte im In- und Ausland. Seine Neugier reichte über die Medizin hinaus: Eine sorgfältige Untersuchung des Kuckucks, die zeigte, dass der frisch geschlüpfte Vogel die Eier seines Wirts mit Hilfe einer Mulde auf seinem Rücken selbst hinauswirft, brachte ihm 1788 die Mitgliedschaft in der Royal Society ein.
Seine Frau Catherine starb 1815 an Tuberkulose, und Jenner zog sich immer stärker nach Berkeley zurück, wo er als Bürgermeister und Friedensrichter wirkte und 1821 zum Leibarzt Georgs IV. bestellt wurde. Dort starb er am 26. Januar 1823. Noch zu seinen Lebzeiten verbreitete sich die Impfung über die Kontinente, und 1980 wurden die Pocken als erste menschliche Krankheit für ausgerottet erklärt, das ferne Ergebnis der Untersuchung eines Landarztes.