Dietrich Bonhoeffer

1906 – 1945 · Germany

Dietrich Bonhoeffer

Bekannt für: Lutherischer Theologe, hingerichtet wegen seines Widerstands gegen die Nazis

“Das ist das Ende, für mich der Beginn des Lebens.”

Biografie

Dietrich Bonhoeffer wurde am 4. Februar 1906 in Breslau geboren, als sechstes von acht Kindern eines gebildeten und religiös zurückhaltenden Berliner Hauses; sein Vater Karl war ein führender Psychiater, seine Mutter Paula Lehrerin und Nachfahrin von Theologen und Malern. Er spielte so gut Klavier, dass eine Laufbahn als Musiker möglich schien, erklärte aber mit vierzehn Jahren, er werde Theologie studieren, sehr zum Befremden seiner älteren Brüder. Mit einundzwanzig promovierte er in Berlin mit einer Arbeit über die Kirche als Gemeinschaft, Sanctorum Communio, und ging 1930 an das Union Theological Seminary in New York. Dort nahm ihn ein Kommilitone in die Abyssinian Baptist Church in Harlem mit, wo die Predigt und die Erfahrung rassistischen Unrechts in der Gemeinde veränderten, wozu Theologie seiner Ansicht nach da war.

1931 ordiniert, stellte sich Bonhoeffer dem nationalsozialistischen Regime von dessen ersten Tagen an entgegen. Zwei Tage nach Hitlers Amtsantritt hielt er eine Rundfunkansprache, in der er warnte, ein Volk, das seinen Führer zum Götzen mache, werde am Ende verführt sein; die Übertragung wurde abgebrochen. Er gehörte zu den Gründern der Bekennenden Kirche, die dem Staat die Verfügung über die christliche Lehre bestritt, und leitete deren verbotenes Predigerseminar in Finkenwalde, bis die Gestapo es 1937 schloss. Aus diesen Jahren stammen Nachfolge, mit der Abrechnung mit dem, was er billige Gnade nannte, und Gemeinsames Leben, die Darstellung des gemeinsamen Lebens im Seminar. Man untersagte ihm zu lehren, dann zu veröffentlichen, dann öffentlich zu sprechen. 1939 nahm er eine Stelle in den Vereinigten Staaten an und kehrte nach wenigen Wochen um, weil er die Prüfung seines Landes nicht aus der Ferne aussitzen wollte.

Über seinen Schwager kam er zur Abwehr, dem militärischen Nachrichtendienst, in dem ein Teil der Verschwörung gegen Hitler Schutz fand, und nutzte deren Auslandsreisen, um Nachricht vom deutschen Widerstand zu Gesprächspartnern im Ausland zu tragen. Im April 1943 wurde er wegen seiner Beteiligung am Unternehmen 7 verhaftet, mit dem die Abwehr eine Gruppe von Juden als angebliche Agenten in die Schweiz gebracht hatte. Er saß im Gefängnis Berlin-Tegel, wo die Briefe entstanden, die später als Widerstand und Ergebung erschienen, und wo er sich mit Maria von Wedemeyer verlobte. Nachdem das Attentat vom Juli 1944 gescheitert war und Unterlagen gefunden wurden, die die Verschwörer belasteten, brachte man ihn über die Haft der Gestapo in das Konzentrationslager Flossenbürg, wo er am 9. April 1945 gehängt wurde, wenige Wochen vor Kriegsende. Er war neununddreißig Jahre alt.

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