Archimedes
287 BC – 212 BC
Bekannt für: Genie der antiken griechischen Mathematik
“Gebt mir einen Punkt, wo ich stehen kann, und ich werde die Erde bewegen.”
Biografie
In der sonnenverwöhnten Stadt Syrakus lebte im dritten Jahrhundert vor Christus ein Geist von außergewöhnlicher Reichweite. Archimedes wurde in eine Welt der Geometrie und des Sternenlichts hineingeboren, und er sollte sein Leben damit verbringen, beides seinem Willen zu unterwerfen. Auch wenn die Einzelheiten seiner Tage durch die Jahrhunderte verhüllt bleiben, offenbaren seine erhaltenen Werke einen Mann, der sich mühelos zwischen dem Abstrakten und dem Greifbaren bewegte, einen Mathematiker, der in Zahlen träumte und dann die Maschinen baute, die diese Träume beschrieben. Er studierte den Himmel als Astronom, erfasste die Prinzipien von Hebeln und Auftrieb und entwarf Kriegsgeräte mit derselben Präzision, die er der reinen Theorie widmete.
Was Archimedes über die Jahrtausende hinweg auszeichnet, ist seine revolutionäre Methode: Er begriff das Unendliche als etwas Handhabbares und entwickelte Techniken mathematischen Denkens, die erst fast zweitausend Jahre später mit der Infinitesimalrechnung wieder formal ausformuliert werden sollten. Er verstand Kurven und Spiralen, berechnete die Eigenschaften von Kugeln und näherte sich Problemen mit einer Strenge, die die Sprache der modernen Analysis vorwegnahm. Sein Genie überbrückte Welten, das Praktische und das Theoretische, das Mechanische und das Göttliche. In ihm erreichte die antike Wissenschaft einen Höhepunkt, den sie erst mit der wissenschaftlichen Revolution, die den Westen neu gestaltete, wieder erreichen sollte.