Antônio Carlos Jobim

1927 – 1994 · Brazil

Antônio Carlos Jobim

Bekannt für: Brasilianischer Komponist, Vater der Bossa Nova

“Der Klang von Rio de Janeiro, verwandelt in Lieder, die die Welt bis heute singt.”

Biografie

Antônio Carlos Jobim wurde am 25. Januar 1927 in Tijuca geboren, einem bürgerlichen Viertel von Rio de Janeiro, als Sohn eines Schriftstellers und Diplomaten und einer erst sechzehnjährigen Mutter. Die Eltern trennten sich, als er noch ein Säugling war, und Nilza Brasileiro de Almeida zog mit ihren beiden Kindern nach Ipanema, jenes Viertel am Strand, dessen Namen er eines Tages um die Welt tragen sollte. Der Vater starb 1935; der Stiefvater Celso da Frota Pessoa schenkte dem Jungen sein erstes Klavier und redete ihm den Gedanken aus, das Instrument sei nichts für einen, der lieber Fußball spielte. Er lernte bei Lúcia Branco und ab 1941 bei Hans-Joachim Koellreutter, dem deutschen Komponisten, der die Zwölftontechnik nach Brasilien gebracht hatte, und er hörte Debussy und Ravel so genau zu wie Pixinguinha und Ary Barroso. In den vierziger Jahren verdiente er sein Geld am Klavier in den Bars und Nachtclubs von Rio, danach als Arrangeur bei einer Schallplattenfirma, eine Arbeit, die ihm das Handwerk gab, lange bevor sie ihm einen Namen gab.

Die erste Komposition Jobims, die aufgenommen wurde, war Incerteza, im April 1953 gesungen von Mauricy Moura auf einen Text von Newton Mendonça. Drei Jahre später schrieb er mit dem Dichter und Diplomaten Vinicius de Moraes die Musik zum Theaterstück Orfeu da Conceição, und als daraus 1959 der Film Orfeu Negro wurde, verlangte der Produzent eine ganz neue Partitur, die beide, da Moraes damals in Montevideo im Dienst stand, größtenteils am Telefon entwarfen. Aus dieser Zusammenarbeit ging die Bossa Nova hervor, ein Samba im Tempo eines stillen Zimmers, harmonisch vom Cool Jazz eingefärbt, eine Art zu schreiben und zu singen, die die populäre Musik weit über Brasilien hinaus verändert hat. Garota de Ipanema, entstanden mit Moraes, wurde seither mehr als zweihundertvierzigmal aufgenommen und zählt zu den meistaufgenommenen Liedern überhaupt. Das Album Getz/Gilberto von 1964, auf dem mehrere seiner Stücke stehen, gewann drei Grammys und war die erste Jazzplatte, die zum Album des Jahres gekürt wurde; die Single Garota de Ipanema erhielt den Preis für die Aufnahme des Jahres.

1967 nahm Jobim ein Album mit Frank Sinatra auf, das im Jahr darauf für das Album des Jahres nominiert wurde. Er schrieb bis zuletzt, über Liebe und Sehnsucht, ebenso über die Flüsse, die Vögel und den atlantischen Regenwald seines Landes; von der Küste, dem Regen und den Bäumen sprach er als der Quelle seiner Musik. Für den Schutz der brasilianischen Natur trat er früh und beharrlich ein. Er starb am 8. Dezember 1994 in New York. Sein letztes Studioalbum Antônio Brasileiro erhielt 1995 den Grammy für das beste Latin-Jazz-Album, und 1999 wurde der internationale Flughafen von Rio de Janeiro nach ihm benannt, sodass die meisten Besucher jener Stadt, die er besungen hat, heute durch ein Tor mit seinem Namen kommen.

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