Anton Chekhov

1860 – 1904

Anton Chekhov

Bekannt für: Meister der modernen Kurzgeschichte

“Er destillierte menschliche Sehnsucht zu vollkommenen, kurzen Geschichten.”

Biografie

Anton Pawlowitsch Tschechow wurde 1860 in Taganrog geboren, einer bescheidenen Hafenstadt am Asowschen Meer, und erhob sich aus einfachen Verhältnissen zu einer der leuchtendsten Stimmen der Literatur. Er studierte Medizin an der Universität Moskau und begann zugleich, unter verschiedenen Pseudonymen Kurzgeschichten zu veröffentlichen, wobei er die doppelte Berufung meisterte, die sein Leben prägen sollte. Obwohl er sich als Arzt etablierte und Patienten von seinem Haus in Moskau und später von seinem Landgut in Melichowo aus behandelte, betrachtete Tschechow die Literatur nicht als Rivalin, sondern als gleichrangige Leidenschaft. Er bezeichnete die Medizin bekanntlich als seine rechtmäßige Ehefrau, doch seine Hingabe an das geschriebene Wort erwies sich als ebenso leidenschaftlich und wirkungsvoll und prägte das Bewusstsein ganzer Generationen.

Tschechows Genie lag darin, die stille Verzweiflung und die gedämpfte Schönheit des gewöhnlichen Lebens einzufangen. Seine Kurzgeschichten, nahezu sechshundert an der Zahl, revolutionierten die Form, indem sie das Melodramatische zugunsten von Subtilität und psychologischer Tiefe aufgaben. Seine vier großen Theaterstücke, darunter "Der Kirschgarten" und "Onkel Wanja", markierten einen Wendepunkt der theatralischen Moderne und stehen neben den Neuerungen Ibsens und Strindbergs. Er schrieb nicht, um Lösungen vorzuschreiben, sondern um die menschliche Verfassung in ihrer ganzen Komplexität zu erhellen. Obwohl er sein ganzes Schaffen hindurch gegen die Tuberkulose kämpfte, schrieb Tschechow bis zu seinem Tod 1904 mit unerschütterlichem Mitgefühl weiter und hinterließ ein Erbe, das bis heute als Maßstab für Schriftsteller gilt, die Wahrheit im gewöhnlichen Augenblick suchen.

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