Alexander von Humboldt

1769 – 1859 · Germany

Alexander von Humboldt

Bekannt für: Naturforscher, der die Erde als ein lebendiges Ganzes sah

“Er vermaß die Welt, um zu zeigen, dass sie ein einziges lebendiges Ganzes ist.”

Biografie

Alexander von Humboldt kam am 14. September 1769 in Berlin zur Welt, als jüngerer Sohn eines preußischen Offiziers und Kammerherrn und im Schatten seines älteren Bruders Wilhelm, der später Staatsmann und Sprachforscher wurde. Der Vater starb, als Alexander neun Jahre alt war; die Mutter, die für beide Söhne den preußischen Staatsdienst vorsah, verpflichtete Lehrer aus dem Kreis der Aufklärung, darunter den Arzt Marcus Herz und den Botaniker Carl Ludwig Willdenow. Weil der Junge Pflanzen, Muscheln und Insekten sammelte und beschriftete, nannte man ihn in der Familie den kleinen Apotheker. Er studierte zunächst Finanzwissenschaft in Frankfurt an der Oder und ging dann nach Göttingen, füllte diese Jahre aber mit Geologie an der Bergakademie Freiberg, Anatomie in Jena sowie Astronomie und dem Umgang mit Messinstrumenten. Eine Reise entlang des Rheins mit Georg Forster, der mit James Cook gesegelt war, gab seinem Leben die Richtung.

Von 1799 bis 1804 durchquerte Humboldt gemeinsam mit dem französischen Botaniker Aimé Bonpland die spanischen Kolonien Amerikas und legte Tausende von Meilen durch Gegenden zurück, die die europäische Wissenschaft kaum kannte. Er bestimmte die Quelle des Orinoco und stieg 1802 auf den höchsten Berg Ecuadors bis auf 19.286 Fuß, damals die größte je von einem Europäer erreichte Höhe. Bedeutend wurde die Reise nicht durch ihre Länge, sondern durch ihre Methode: Humboldt maß unablässig und notierte Temperatur, Luftdruck, magnetische Intensität und die Höhenlagen, in denen eine Pflanzenwelt der nächsten wich. Aus diesen Messreihen entstanden die quantitative Pflanzengeographie und mit ihr die Biogeographie, dazu seine lebenslange Überzeugung, dass die Erde nur durch lange, an vielen Orten gleichzeitig geführte Beobachtungsreihen zu verstehen sei. Der Bericht der Reise umfasste mehrere Bände und beschäftigte ihn einundzwanzig Jahre.

Danach lebte Humboldt in Paris und später wieder in Berlin, wo er seine letzten Jahrzehnte darauf verwandte, die Beobachtungen eines ganzen Lebens in einem einzigen Werk zu bündeln. Für den Titel griff er auf das altgriechische Wort Kosmos zurück: Der mehrbändige Kosmos wollte die Wissenschaften und die menschliche Kultur zu einer einzigen Beschreibung der physischen Welt zusammenführen und machte den Gedanken einer als Ganzes wirkenden Natur auch für gewöhnliche Leser zugänglich. Zweimal, 1800 und noch einmal 1831, beschrieb er anhand eigener Beobachtungen, wie Besiedlung und Landbau das örtliche Klima veränderten. Am 6. Mai 1859 starb er in Berlin, im neunzigsten Lebensjahr. Gemeinsam mit Carl Ritter gilt er als Begründer der modernen Geographie, und das von ihm angestoßene ökologische Denken hat ihm den Namen Vater des Umweltschutzes eingetragen.

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